War Friedrich II. von Hohenstaufen ein Kosmopolit?

Durchaus! Auch, wenn vielleicht nicht alles, was über Friedrich II. aus Urkunden, Briefen und sonstigen Dokumenten zu erfahren ist, den Tatsachen entsprechen mag – vieles wurde erst Jahre nach seinem Tod über ihn berichtet – und die Meinungen über den Wahrheitsgehalt seiner leidenschaftlich betriebenen Passionen auseinandergehen, scheint er aber doch so etwas gewesen sein, wie ein seiner Zeit vorweggenommener Weltbürger.

Außerordentlich gebildet und wissensdurstig, umgab Friedrich sich schon seit frühen Jahren mit Wissenschaftlern aller Colour. Unter anderem der Baukunst, Sprache (-> Dichtung), Philosophie, Mathematik, Medizin – aber auch Künstlern und, ganz besonders, den Frauen zugetan, brachte ihm sein Tun und Handeln nicht von ungefähr bereits zu Lebzeiten den Ruf eines liberalen Kosmopoliten ein.

Ein gewisser Matthäus Paris (*etwa 1200/°1259), Engländer, Benediktinermönch und Chronist, brachte es auf den Punkt, und bezeichnete Friedrich II., unmittelbar nach dessen Tod (-> 1250), sogar als „Stupor mundi et immutator mirabilis“ (-> als „Das Staunen und wunderbarer Wandler der Welt“) - ein Charakteristikum, das noch heute durch sämtliche Friedrich II.-Publikationen schwirrt ...   

Autor: Manfred Zorn

 

 

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