Wer war Franz von Assisi?

Der Giovanni getaufte, später von der Familie in Francesco (-> Franziskus) umbenannte Franz von Assisi, wurde etwa um 1181/1182 als Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Pietro Bernardone und seiner aus Frankreich stammenden Mutter in Assisi (-> Umbrien/Italien) geboren. Eine sogenannte „gelehrte“ Bildung genoss er zwar nicht, besuchte aber die Kathedralenschule in Assisi, lernte Französisch, etwas Latein und das sonst so Übliche, hatte  eine unbeschwerte Kindheit und eine mit Papas Geld finanzierte Jugend.

Die Jugend - im Grunde heiter und unbeschwert!

Francesco gab Feste, nahm Gegeneinladungen an, war an Waffen und Pferden interessiert und legte Wert auf ein flottes Outfit. Sein Ideal war das Rittertum. Kurzum, Francesco genoss das Leben. Als sich im November 1201 das „niedere“ Volk Assisis gegen den Adel erhob, dieser wiederum seine Standesgenossen in Perugia um Hilfe bat, schlug sich Francesco 1202 in dem heftig und blutig geführten Städtekrieg auf die Seite seiner Heimatstadt. Aber Assisi hatte keine Chance. In der Schlacht von Collestrada erlitt die Stadt eine vernichtende Niederlage. Francesco geriet in Gefangenschaft, erkrankte dort, wurde freigelassen, kehrte heim, erkrankte erneut und schloss sich nach seiner Genesung 1205 trotz allem einem Feldzug nach Apulien an, kam aber nur bis Spoleto.

Umkehr

Und dann kam alles anders. In Spoleto hatte er, der Legende nach, eine göttliche Erscheinung, die sein Leben total umkrempelte. Er begann, an den äußeren Werten des Lebens zu zweifeln, ging auf Distanz zu seinen Kumpanen, widmete sich stattdessen – trotz anfänglicher Häme seiner Amigos und des Spotts der Bevölkerung – sowohl um die Armen, Kranken und Aussätzigen, als auch um verfallene Kirchen.

Endgültige Abkehr

Als Francesco 1206 endgültig seiner bürgerlichen Existenz ade sagte und erklärte, sein Leben von nun an ganz auf Gott ausrichten zu wollen, kam es zum Bruch mit seinem Vater. Francesco zog sich in die Einsiedelei zurück, kleidete sich schlicht, erkannte für sich die absolute Besitzlosigkeit als einzige Möglichkeit zur inneren Freiheit, und zog los, seine gewonnenen Erkenntnisse anderen mitzuteilen. Er tat das nicht drohend, polternd oder mit Getöse, sondern eher beschwingt und mit der ihm eigenen Herzensfreude.

Gründung des Franziskanerordens

Erneut hörte er eines Tages, es soll im Jahr 1208 gewesen sein, die Stimme Jesu, die ihm ein Leben auf Verzicht weltlichen Besitzes und Mildtätigkeit gegenüber den Armen und Benachteiligten nahelegte. Mit einer kleinen Schar seiner ständig wachsenden Anhängerschaft, gründete Franziskus den Bettelorden der „Minderen Brüder“ (-> Franziskaner; auch „Barfüßler“ genannt), pilgerte nach Rom und erhielt 1209/1210 von Papst Innozenz III. die kirchenrechtliche Approbation (-> Bestätigung, Erlaubnis, Genehmigung).

Missionsarbeit und das Ende

Was danach folgte, waren unermüdlich vorgetragene Predigten über Brüderlichkeit, Frieden und Gerechtigkeit, mehrere Reisen nach Rom, die Mitbegründung des Ordens der Klarissen (-> 2. Orden der Franziskaner; gemeinsam mit der hl. Klara), die Teilnahme am 5. Kreuzzug (von Damiette, 1217-1221) nach Ägypten, Krankheiten, eine weitere (erfolglose) Missionsreise nach Marokko, die – 1223 von Papst Honorius III. bestätigte – Ausarbeitung der Franziskanerordensregeln „Regula Bullata“, verstirbt 1226, mit vierundvierzig Jahren nach seiner letzten Pilgerreise und wird in der Basilika San Francesco in Assisi beigesetzt.

Heiligsprechung

Franz von Assisi wird 1228 von Papst Gregor IX. (*um 1167/°1241) heilig gesprochen, 1939 von Papst Pius XII. (*1876/°1958) zum Schutzheiligen Italiens sowie – last not least – 1980 von Papst Johannes Paul II. (*1920/°2005) zum Schutzherrn der Umweltschützer erklärt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Verwandte Beiträge

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige