Worin liegt die Bedeutung des Kirchenlehrers Albertus Magnus?

Albertus Magnus (*etwa um 1200/°1280) gilt, nicht zu Unrecht, als ein ganz Großer seiner Zeit. Bereits zu Lebzeiten erwarb er sich den Ruf als „Doctor expertus“ (-> „erfahrener Lehrer“), „Doctor venerabilis“ (-> „verehrungswürdiger Lehrer“) oder gar – aufgrund seiner anerkanntermaßen fundamentalen Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Kategorien Chemie, Biologie, Physik, Medizin, Astrologie und Geografie – den ehrenvollen Titel „Doctor universalis“.

Obwohl Kritiker Albertus auch der Zauberei verdächtigten - er soll sich auch mit so obskuren Forschungsobjekten wie Magie und Alchemie beschäftigt haben - wurde er nach seinem Tod doch zur Legende. Darüber hinaus setzte sich dieser Universalgelehrte zeitlebens mit der Philosophie des Griechen Aristoteles (*384 v. Chr./°322 v. Chr.) auseinander und trug wesentlich dazu bei, dass dessen Gedanken, Überlegungen und Schriften Eingang in die mittelalterliche Scholastik fanden.

Und worum ging es da? Na ja, sehr kurz gesagt:
Albertus regte an zu versuchen, unter Einbeziehung aristotelischen Denkens und der natürlichen menschlichen Vernunft, 1. die Phänomene der christlichen Offenbarung zu verstehen, 2. die griechische und römische Philosophie mit der christlichen Religion in Übereinstimmung sowie 3. bereits in der Antike Gedachtes und Erkanntes mit der christlichen Offenbarung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen. In seiner Schrift „Summa Theologiae“ setzte sich Albertus, etwa um 1270, damit auseinander, die christliche Lehre mit der aristotelischen Philosophie zu verknüpfen. Ok - soweit, so gut- doch zur weiteren Vertiefung dieser Gedankenspiele, möchten wir, unter anderem, gern auch auf Wilhelm Weischedels "Die philosophische Wendeltreppe" (dtv, 1975), Kapitel: "Thomas (von Aquin) oder Der getaufte Verstand" verweisen …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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