Warum wurde Friedrich II. je zwei Mal zum König gewählt und gekrönt?

Nun ja, wieder einmal ging es um Macht, Geld und Prestige. Friedrichs - vom Vater Heinrich VI. kraft Amtes 1196 durchgesetzte - erste Wahl zum römisch-deutschen König in Frankfurt am Main, wurde von den maßgeblichen Fürsten im Lande schlicht ignoriert.

 

Zwei Könige, ein Kaiser

Stattdessen wählten die Welfen Otto IV. von Braunschweig (*um 1175/°1218) und, weil zwei mehr sind als einer, die Stauferpartei den Herzog von Schwaben, Philipp (*1177/°1208), zu römisch-deutschen Königen. Der Streit der beiden um den Thron rivalisierenden Könige endete zwar mit der Ermordung Philipps 1208 in Bamberg, änderte aber nichts daran, dass Papst Innozenz III. (*um 1160/°1216) erst einmal den Braunschweiger Otto 1209 nun auch noch zum Kaiser machte.

 

Friedrichs II. zweite Königswahl

Der wiederum wurde von Innozenz mit dem Bann belegt, als er – entgegen seiner zuvor gegebenen Zusagen – versuchte, sich Sizilien einzuverleiben. Jetzt war Otto auch bei den deutschen Fürsten unten durch, und in Nürnberg wurde 1211 Friedrich erneut zum König gewählt – wie schon 1196, wieder in dessen Abwesenheit.

 

Friedrichs II. doppelte Königskrönung

Im Jahr 1212 begab Friedrich sich auf den gefahrvollen Weg nach Norden, trickste Otto IV. bei Konstanz geschickt aus, erfreute sich großer Beliebtheit bei den deutschen Fürsten und wurde 1212 in Mainz zum ersten, dann 1215 in Aachen, zum zweiten Mal zum römisch-deutschen König gekrönt.

 

Der eine Kaiser geht, der nächste Kaiser kommt

Als Friedrich fünf Jahre später, 1220, in Rom von Papst Honorius III. (*um 1148/°1227) zum römischen Kaiser gekrönt wurde, war der gute Kaiser Otto IV. von Braunschweig bereits seit zwei Jahren verstorben. Aber der hatte, nach dessen Niederlage 1214 (-> in der Schlacht bei Bouvines/Frankreich) gegen den französischen König Philipp II. August, ohnehin keine wesentliche Rolle mehr gespielt. 

Autor: Manfred Zorn

 

 

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