Was hatten Gott und das Römische Reich mit Friedrich II. zu tun?

Wie schon zu Zeiten vor Friedrich II. (und noch lange nach ihm), sahen sich die mittelalterlichen Herrscher gern als von Gott in dieses Amt berufen. Um diesen Anspruch deutlich zu machen, legte sich auch der 1220 von Papst Honorius III. zum Kaiser gekrönte Friedrich II. (fast) während seiner gesamten Regentschaft mit den drei während dieser Jahre auf dem „Stuhl Petri“ sitzenden Päpsten an (-> Innozenz III., Honorius III., Gregor IX.).  

Darüber hinaus sahen sich die amtierenden Kaiser – und Friedrich II. machte da keine Ausnahme – wie ganz selbstverständlich in der Nachfolge des Römischen Reiches. Ganz besonders galten ihnen die römischen Protagonisten Cäsar (*etwa 100/°44 v. Chr.) und Augustus (*etwa 63 v./°14 n. Chr.) als Vorbild – was sich naturgemäß auch in ihren Titeln ausdrückte.

So nannte sich Friedrich II. in Urkunden (unter anderem) zum Beispiel: „Friedrich durch göttliche Milde Kaiser der Römer allzeit Mehrer und König Siziliens“, was  sozusagen sowohl auf einen, das Kaisertum der Römer fortführenden, „Imperator Augustus“, als auch auf die durch Gott gewollte Herrschaftsbestimmung hinweisen sollte.

Natürlich dienten diese Art Titel ganz eindeutig auch der Provokation der Päpste – wiesen sie doch unverblümt darauf hin – so nach dem Motto: „Wer war zuerst da? Der Hase, oder der Igel?“ – dass das Römische Reich bereits schon lange vor dem Pontifikat des ersten Papstes, dem Heiligen Petrus, bestanden hatte. 
„Honi soit qui mal y pense“ („Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“).

Autor: Manfred Zorn

 

 

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