Was wurde eigentlich aus den Kronen Friedrichs II.?

Ohne Krone ging bei Königen oder Kaisern überhaupt nichts. Diente doch die Krone, ebenso wie Reichsapfel und Zepter, sozusagen als Berechtigungsnachweis für die Herrschaft. Verewigt in alten Handschriften und anderen Darstellungen, wird die Einheit von Herrscher und Krone eindrucksvoll bis in das Bewusstsein heutiger Betrachter verknüpft.

Die Krone auch im Badezuber?

Nein, wohl eher nicht! Aber - ob die Potentaten ihre Kronen auch bei so banalen Verrichtungen, wie zum Beispiel der täglichen Körperreinigungsprozedur trugen, muss im geschichtlichen Dunkel bleiben. Wir wissen es nicht! Egal!

Friedrichs II. Kronen und deren Verbleib

Friedrich II. besaß offensichtlich mehrere Kronen. Immerhin war er nicht nur Kaiser, sondern repräsentierte auch als König – beispielsweise von Deutschland (-> römisch-deutscher König ab 1212, bis er 1220 Kaiser wurde), von „Reichsitalien“ (-> „Lombardei incl. Piemont, Tessin), Sizilien, Jerusalem und von Burgund. Mögliche Zweit- oder Ersatzkronen außen vor gelassen, müssen es also eine ganze Reihe an Kronen gewesen sein, die Friedrichs Haupt zu besonderen Gelegenheiten schmückten. Während über den Verbleib (-> wg. Diebstahl, Zerstörung) der meisten dieser „Kopfbedeckungen“ nur spekuliert werden kann, haben aber gleichwohl zwei von ihnen die Jahrhunderte überlebt.

Schatzkammer der Kathedrale von Palermo

Die eine, wegen ihres vermuteten byzantinischen Ursprungs auch mit der kuriosen Bezeichnung „Kamelauktion“ (-> weil sie im weitesten Sinne einer ursprünglich ostgotischen Kappe aus Filz oder sonstigem Stoff ähneln soll) versehen, wurde 1781 im Marmorsarkophag der Konstanze von Aragón (-> der ersten Frau Friedrichs II.) vorgefunden, und kann seitdem in der Schatzkammes der Kathedrale von Palermo betrachtet werden.

Goldkammer des Historischen Museums von Stockholm

Die andere noch erhaltene Krone – nach wechselvoller Geschichte und auf verschlungenen Wegen über die Jahrhunderte hinweg nach Schweden gekommen – ist heute in der Goldkammer des Historischen Museums von Stockholm zu bestaunen.

Schatzkammer der Wiener Hofburg

Ob die – möglicherweise aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts stammende – sogenannte „Reichskrone“, Voraussetzung und Ausdruck jeglicher herrschaftlicher Legitimation, je von Friedrich II. getragen wurde, ist lediglich nur anzunehmen, bleibt letztlich also der jeweiligen Betrachtungsweise des geneigten Besuchers in der Schatzkammer der Wiener Hofburg, wo Reichskrone und andere Krönungsinsignien heute ausgestellt sind, überlassen. 

Autor: Manfred Zorn

 

 

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