Was versuchte Friedrich II. mit seiner neuen Rechtsordnung zu verfügen?

So gut, wie alles, was ein seiner Meinung nach funktionierendes Gemeinwesen ausmachte. Friedrich war, neben seinen schöngeistigen Beschäftigungen, durchaus auch ein Mann des „Law and Order“.

 

Ärzte und Apotheker

So veranlasste er einerseits gewisse Auflagen, die er für das Absolvieren des Medizinstudiums für unerlässlich hielt. Zum Beispiel, sich zuvor mit der Philosophie auseinandergesetzt zu haben sowie klar festgelegte Regeln, nach denen approbierte Ärzte sich später in der Praxis zu verhalten hatten (-> z.B. 2x täglich Krankenbesuche zu machen). Apotheker unterlagen einer Preisbindung, und Herstellung und Vertrieb sexuell stimulierender, sogenannter Aphrodisiaka, war den Pillendrehern untersagt.

 

Strafmaßnahmen

Andererseits ließ der Kaiser Verbrechen (-> Mord, Totschlag, Diebstahl u.a.m.) sowie Vergehen (-> z.B. Ehebruch) auf heutzutage kaum vorstellbar grausame Art ahnden. Die Reihe der mittelalterlichen Folter- und Bestrafungsmethoden waren vielfältig. Dazu gehörten, um nur einige zu nennen, die Schädelquetsche, das langsame Ertränken, das Halseisen, die Knieschraube, die Streckleiter, das Aufziehen des Körpers am Flaschenzug, na ja, und vieles mehr (-> zu besichtigen zum Beispiel im „Mittelalterlichen Kriminalmuseum“ in Rothenburg ob der Tauber oder auch in Leipzig).

 

Steuern und Abgaben

Selbstverständlich hatte Friedrich bei seinen Erlassen, Verfügungen und Weisungen - unter anderem - auch eine stets gut gefüllte Staatskasse, und damit seine eigene finanzielle Ausstattung im Blick. Denn schließlich verschlangen sowohl seine exzessive Bautätigkeit, seine  extravagante Hofhaltung, als auch seine vielschichtigen Hobbys riesige Summen Bares. Als hilfreich erwiesen sich hier eine Flut von Steuern, Gebühren und Abgaben die – daran hat sich bis heute wenig geändert – die Ausgaben des Staates kompensieren sollten, wie zum Beispiel Ausfuhr- und Einfuhrzölle, indirekte Steuern (die waren in der Tat auch schon bekannt) auf Waren und Gebrauchsgüter aller Art und die Kostenbeteiligung am Auf- oder Ausbau des Verteidigungs- und Straßenwesens und allem, was damit zusammenhing. Wer nicht spurte, oder die Abgaben gar ignorierte, sah sich (-> unabhängig von Stand und Ansehen) ähnlichen Strafen ausgesetzt, wie weiter oben bereits erwähnt - was nicht unbedingt eine Alternative gewesen sein kann.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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