Warum – und von wem – wurde Friedrich II. mit dem Kirchenbann belegt?

Den Kirchenbann über Friedrich II. hat Papst Gregor IX. (*um 1167/°1241) verhängt. Das geschah unmittelbar nach Friedrichs ergebnislosem Aufbruch zu seinem längst fälligen, aber immer wieder verschobenen, Kreuzzug im Jahr 1227.

Ergebnislos deswegen, weil unter den Kreuzfahrern eine Seuche ausgebrochen war, die Friedrich zum Abbruch des Unternehmens veranlasste, aber bei Papst Gregor IX. – trotz der Tatsache, dass auch Friedrich kurzzeitig erkrankt war – den Verdacht auslöste, der Kaiser hätte eine zu der Jahreszeit durchaus übliche Seuchengefahr billigend in Kauf genommen, sie sozusagen von vornherein eingeplant.
Das war natürlich Unsinn, aber Gregor nutzte diesen Vorwand, um Friedrich eins auszuwischen.
Wie so häufig im Miteinander zwischen Papst und Kaiser, ging es auch hier lediglich darum, dem anderen zu zeigen, wer gerade das Heft in der Hand hatte. Diesmal war es, wenn auch vordergründig und nicht fair, der Papst, der – aller Bußfertigkeit Friedrichs zum Trotz – den Bann nicht aufhob.

Aber Friedrich wäre nicht Friedrich gewesen, hätte er sich das intrigante Verhalten des Papstes allzu sehr zu Herzen genommen. Vom nach wie vor bestehenden Kirchenbann unbeeindruckt, startete er – gegen alle ihm vom Papst zwischen die Beine geworfenen Knüppel – zur Mitte des Jahres 1228 endlich seinen, bereits vor gut dreizehn Jahren zum ersten Mal zugesagten, Kreuzzug ins „Heilige Land“.

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

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