Hatte Friedrich II. von Hohenstaufen "Bock" auf Kreuzzüge?

Nein, scheinbar nicht wirklich! Er hat lange gebraucht, ehe er seine bereits 1215 – anlässlich seiner Königskrönung in Aachen – dem Kardinalbischof von Ostia (-> und damit indirekt auch Papst Innozenz III.) gegebene Zusage wirklich wahr machte.

 

1219

Den ersten Termin, spätestens 1219, ließ Friedrich II. wegen dringender Restrukturierungsaufgaben in seinem Königreich Sizilien geflissentlich verstreichen.

 

1220

Als dann 1216 Papst Innozenz III. (*um 1161) verstarb, war es dessen Nachfolger, Papst Honorius III. (*etwa 1148/°1227), der Friedrich drängte, doch, bitteschön, im März 1220 endlich seinen Kreuzzug anzutreten. Der dachte aber gar nicht daran. Nicht, bevor eine Regelung betreffend des zukünftigen Status´ des Königreichs Sizilien zwischen ihm und Honorius getroffen worden sei. Als eine Einigung schließlich nach zähen Verhandlungen zustande kam, und Friedrich im November 1220 vom Papst zum Kaiser gesalbt war, blieb er trotz allem unbeeindruckt.

Friedrich II. kümmerte sich auch weiterhin um seine staatstragenden Aufgaben in Deutschland und im Königreich Sizilien. Friedrich reformierte die Gesetzgebung, ließ Kastelle, Verteidigungsanlagen aller Art sowie aufwendig gestaltete Residenzen errichten und widmete sich, so ganz nebenbei, leidenschaftlich der Jagd mit seinen geliebten Falken. 

 

1225 & 1227 

Dann, die Schlinge wurde enger, verpflichtete er sich – unter Androhung des Kirchenbanns – 1225 mit dem Vertrag von San Germano (-> bei Cassino -> Latium/Italien) erneut, spätestens 1227 seinen mehrfach aufgeschobenen Kreuzzug anzutreten. Aber, wieder kam es anders. Im März 1227 war Papst Honorius III.  verstorben,  Papst Gregor IX. (*um 1167/°1241) an seine Stelle getreten und Friedrich II. im August d. J. auf dem Schiff. Allerdings nicht lange. Unter den Kreuzfahrern war eine Seuche ausgebrochen, die Friedrich zur Aufgabe des angestrebten Unterfangens zwang. Papst Gregor IX., aus anderem Holz geschnitzt als sein Vorgänger und „not amused“ über den neuerlichen Fehlstart, zögerte nicht lange, und verhängte kurzerhand den Kirchenbann über den Kaiser. 

 

1228 

Das focht nun wiederum Friedrich nicht an. Bann hin, Bann her, 1228 machte sich Friedrich II. – nun sozusagen ungebeten – endlich auf den Weg ins „Heilige Land“. 

Autor: Manfred Zorn 
 
 
 
 

 

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