Was sind eigentlich die „Goldene Bulle von Rimini“ und das „Kulmer Land“?

Beides hat im Wesentlichen mit Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen und Papst Gregor IX. zu tun, und ist eine etwas längere Geschichte. Begonnen hatte sie, diese Geschichte, als während des ständigen Hin und Hers der Kreuzzüge – mal gewannen die Christen, dann wieder die Muslime die Oberhand über das „Heilige Land“ – 1190 der „Deutsche Orden“ gegründet wurde.

 

Erste päpstliche Anerkennung

Bereits im Winter des Jahres 1191 von Papst Clemens III. (*??/°1191), kurz vor dessen Tod im März, unter kirchenstaatlichen Schutz gestellt, wandelte sich der Orden ab 1198 von einer rein karitativen Organisation, zu einem vorzugsweise auch militärisch ausgerichteten Ritterorden, der dann ein Jahr später (-> 1199) von Papst Innozenz III. (*um 1160/°1216) endgültig anerkannt und bestätigt wurde.

 

Steilflug

In den Folgejahren avancierte der „Deutsche Orden“ zum drittgrößten Ritterorden nach den Johannitern und Templern.
Unter der Ägide Friedrichs II., der im Hinblick auf seinen bevorstehenden Kreuzzug (-> 1228/1229) auf die militärische Unterstützung der Ordensritter angewiesen war, erlebte der „Deutsche Orden“ einen besonders rasanten Aufstieg, was wohl auch auf das außerordentlich gute Verhältnis zwischen Friedrich II. und dem „vierten“ Hochmeister (Hermann von Salza; *etwa 1162/°1239) sowie dessen privilegierter Stellung am Hof zurückzuführen gewesen sein soll.

 

Auszeichnung

Mit der „Goldenen Bulle von Rimini“ – angeblich 1226 ausgestellt, aber, so wird heute vermutet, tatsächlich erst Mitte der dreißiger Jahre des 13. Jahrhunderts verfasst – erhielt Hermann von Salza, sozusagen als Dankeschön für treue Dienste in der Vergangenheit und die von ihm zu erwartende Eroberung und Christianisierung Preußens in der Zukunft, das – seinerzeit von heidnischen Pruzzen (-> Preußen) bewohnte – sogenannte „Kulmer Land“ (-> „Kulm“-„Chelmno“/Polen) sowie den Fürstenstatus über dieses Gebiet.

 

Absicherung

Besiegelt, bestätigt und für gut befunden, wurde diese Aktion 1234 von Papst Gregor IX. mit dessen „Goldener Bulle von Rieti“ (-> Latium/Italien) sowie im Juli 1257 noch einmal von Papst Alexander IV. (*um 1199/°1261). Na ja, doppelt oder gar dreifach "genäht", hält eben besser ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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