Was hatte Friedrich II. mit Dschingis-Khan zu tun?

Nichts! Dschingis-Khan (*um 1162/°1227), erster Großkhan der Mongolei, war während seiner Zeit im Wesentlichen damit beschäftigt, die unterschiedlichen mongolischen Stämme unter seiner Führung zu einen. Das ist ihm in großartiger Weise auch gelungen. Als er 1227 verstarb, hinterließ er ein Reich, das sich getrost mit dem Alexanders des Großen (*356 v. Chr./°323 v. Chr.) oder dem Römischen Reich vergleichen lässt.

 

Mongolen in Schlesien

Aber, Dschingis-Khan hatte einen Enkel. Der nannte sich Batu-Khan (-> auch: Batu der Prächtige), war Großfürst und stand mit seinen Mongolen (-> Tataren) 1241 plötzlich und so gut wie unerwartet – frei nach dem Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ – in Schlesien. Die deutsch-polnische Streitmacht unter Herzog Heinrich II. von Schlesien hatte keine Chance, sie wurde in der Schlacht bei Liegnitz, bei der Herzog Heinrich tödlich verletzt wurde, vernichtend geschlagen.

 

Mongolen in Ungarn

Während aber nun Mittel- und Westeuropa in Angst und Schrecken auf den weiteren Ansturm der – in ihren Augen – Barbaren wartete, entschied Batu-Khan sich anders. Er wandte sich nach Ungarn, besiegte flugs den dortigen König Béla und zog sich, oh Wunder?!, nein, wohl doch mehr wegen des Dahinscheidens des Großkhans Ugedais sowie daraus resultierender und zu erwartender Nachfolgestreitigkeiten, in das zentralasiatische Stammland zurück.

 

Friedrich II. in Italien

Und Friedrich II.? Was hatte der nun mit all dem zu tun? Wie gesagt: Nichts! Weder mit Dschingis-Khan, noch mit dessen Enkel Batu-Khan. Der Kaiser ließ sich zwar über den Fortgang der Kämpfe an den Grenzen im Nordosten seines Reiches informieren, hielt sich aber militärisch zurück, blieb in Italien und passte auf, dass ihm nicht der Papst in die Suppe spuckte. Die Beiden konnten sich nämlich – wieder einmal, oder immer noch – absolut nicht leiden.

 

3. Exkommunikation Friedrichs II.

Zwar verstarben Papst Gregor IX. und dessen Nachfolger, Papst Coelestin IV., in diesem ereignisreichen Jahr 1241 – der eine im August, der andere im November – aber Papst Innozenz IV. (*etwa 1195/°1254), der nach Coelestin kam, hatte es auch nicht so mit Friedrich II. Im Jahre 1245 sprach auch er den Bann über den Kaiser aus. Das war, summa summarum, die dritte Exkommunikation Friedrichs II.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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