Was ist eigentlich unter dem Begriff „Lombardenbund“ zu verstehen?

Als „Lombardenbund“ wird der zur Mitte des 12. Jahrhunderts in Gang gesetzte Zusammenschluss der sich schon seit geraumer Zeit entwickelnden oberitalienischen Stadtrepubliken bezeichnet.

 

Geographisches

Im Mittelalter wurde die Lombardei nicht nur wie heute (-> in etwa zwischen Gardasee, Lago Maggiore und Po gelegen) verstanden, sondern umfasste auch das Tessin, Piemont und Genua (-> Ligurien).

 

Namensherkunft

Der Name Lombardei („Langobardia“), ist auf die im sechsten Jahrhundert im Zuge der Völkerwanderung in Italien einfallenden germanischen Langobarden zurückzuführen. Die machten Pavia zu ihrer Hauptstadt, dehnten ihr Reich im Folgenden über Norditalien sowie Teile Mittel- und Süditaliens aus, und konvertierten schließlich sogar zum Katholizismus. Das ging knapp über zweihundert Jahre gut.

 

Karl I. der Große

Dann kam 774 Karl I. der Große (*um 747/°814), setzte Desiderius (-> *??/°786; König der Langobarden) ab, steckte ihn ins Kloster, machte sich kurzerhand selbst zum König der Langobarden und gliederte die eroberten Gebiete seinem Fränkischen Reich ein.

 

Otto I. der Große

Fast zwei Jahrhunderte später, 951, übernahm Otto I. der Große (*912/°973) die Langobardenkrone.

 

Friedrich I. Barbarossa

Etwa ab dem 11. Jahrhundert erfuhren die lombardischen Städte einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufstieg, lösten sich zunehmend aus dem Herrschaftssystem der Bischöfe, etablierten Städterepubliken (-> unter anderen Verona, Mantua, Cremona, Brescia, Parma, Padua und Mailand), gründeten im 12. Jahrhundert (-> 1164) – gegen die Machtansprüche Kaiser Friedrichs I. Barbarossa – zuerst den „Veroneser“-, dann, nur drei Jahre später, den ersten „Lombardischen Städtebund“ (-> „Lombardenbund“).

 

Friedrih II. von Hohenstaufen

Um die Jahrhundertwende vom 12. zum 13. Jahrhundert begann unter den Städten allerdings bald wieder das übliche Pokern und Tauziehen um Macht, Stärke und Dominanz. Das änderte sich, trotz der einen oder anderen divergierenden Interessenlage erneut, als es hieß, gemeinsam gegen den Stauferkaiser Friedrich II. Front zu machen. Diesen sogenannten „zweiten Lombardischen Städtebund“ schlug Friedrich 1237 mit seinem deutsch-sarazenischen Heer zwar in der Schlacht bei Cortenuova (-> Provinz Bergamo/Lombardei), konnte aber die Unabhängigkeit der oberitalienischen Städte nicht endgültig brechen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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