Was waren das für Gerüchte, die sich um Friedrichs II. von Hohenstaufen Geburt rankten?

Ziemlich üble! Und inhaltlich sogar derart, dass die Zeitgenossen den Eindruck gehabt haben müssen, den guten Friedrich hätte der „Esel im Galopp“ verloren. Wer waren die Hintermänner dieser gezielt gestreuten Gerüchte – und was haben sie damit bezweckt?

Tja, wie so oft in Herrschaftskreisen von Staat und Kirche, ging es auch hier im Wesentlichen um Machterhaltung und die Angst davor, diese zu verlieren. Dass Konstanze, Friedrichs Mutter, verständlicherweise bestrebt war, das ihr (entsprechend des sizilianischen Erbrechts) zustehende Königreich für ihren minderjährigen Sohn zu bewahren, wollten und konnten die Gegner Heinrichs VI., und damit auch Konstanzes, nicht als gottgegeben hinnehmen.

Sowohl die normannisch-sizilianischen Widersacher, als auch Papst Coelestin III. (-> und nach diesem -> Papst Innozenz III.), bezogen sich folglich in stiller Eintracht auf die 1191 auf dem Konkordat von Gravina zwischen Coelestin und Tankred von Lecce getroffene Übereinkunft, wonach der Normanne Tankred als rechtmäßiger Nachfolger Rogers II. von Sizilien galt. Und, damit sich das auch im Kopf des sogenannten „kleinen Mannes von der Straße“ festsetzte, wurde die anfechtbare Bestallung Tankreds durch penetrantes Schlechtreden und üble Nachrede untermauert.

So wurde Konstanze, obwohl erst Vierzig, als Sechzigjährige dargestellt. Ein Alter, das eine Niederkunft als unmöglich erscheinen lassen sollte. Hinzu kamen weitere Ammenmärchen, in denen von pfuschenden Ärzten und einem Kuckuckskind berichtet wird. Danach soll Friedrich II. in Wirklichkeit das seiner Mutter untergeschobene Kind eines Metzgers, Müllers oder Falkners, keinesfalls aber von Adel gewesen sein. Diese Zweifel an Friedrichs Abstammung zogen sich, mal mehr, mal weniger, durch sein ganzes späteres Leben.

Klatschgeschichten, obwohl in der Regel nur aus heißer Luft bestehend, halten sich bekanntermaßen lange, manchmal ewig. Denken wir doch nur an die „segensreiche!?“ Erfindung des Internet …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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