Wer war eigentlich Philipp von Schwaben?

Philipp von Schwaben (*um 1177/°1208), Staufer, jüngster Sohn Friedrichs I. Barbarossa und Bruder Heinrichs VI., sollte ursprünglich als Mann der Kirche Karriere machen. Aber, wie so oft im Leben, kam es auch für Philipp anders, als gedacht.

Ein nützlicher Ehebund?

Hätte ja sein können. Bruder Heinrich machte Philipp in den Jahren 1195/1196 zuerst zum Herzog von Tuszien, dann zum Herzog von Schwaben und unterstützte Philipps Ehebund mit Irene, der Tochter des byzantinischen Kaisers Isaak II. Angelos – könnte sich doch diese Verbindung eines Tages als nützlich für Heinrichs Pläne erweisen.

Philipp wird König!

Nach dem Tod des Bruders 1197, setzte sich Philipp aktiv für die Wahl seines Neffen, Friedrich II., ein, ließ sich aber schließlich von den mit den Staufern sympathisierenden Fürsten überreden, den römisch-deutschen Königsjob selbst anzunehmen.

Knapp am Kaiserthron vorbei?

In der Tat! Die folgenden Jahre waren geprägt von Auseinandersetzungen mit dem Gegenkönig und Welfen Otto IV. Nach der für Philipp erfolgreichen Schlacht bei Wassenberg (-> Nordrhein-Westfalen) gegen den unterlegenen Otto im Sommer 1206, zog er den bis dahin welfenfreundlichen Kölner Erzbischof Adolf auf seine Seite, ließ sich in Aachen ein zweites Mal krönen, verbesserte sein Verhältnis zu Papst Innozenz III. – und wurde zu guter Letzt im Juni 1208, kurz bevor ihn Innozenz zum Kaiser hätte krönen sollen, vom bayerischen Pfalzgrafen Otto VIII. von Wittelsbach erstochen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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