Warum hat sich Friedrich II. als Kind das Hemd zerrissen?

Bei aller gebotenen Vorsicht – diese Geschichte könnte dennoch wahr sein, scheint es doch tatsächlich einen Bericht an Friedrichs Vormund, Papst Innozenz III., zu geben, der von einem zerrissenen Hemd (-> oder Mantel?) erzählt. Das muss so – plus/minus – um 1200 herum geschehen sein und kam so:

Erst raus aus, dann wieder rein nach Sizilien

Der pfälzische Reichsministeriale Markward von Annweiler (*etwa um 1140/°1202), unter Heinrich VI. zu Amt und Würden gekommen, nach dessen Tod im September 1197 kurzzeitig Unterstützter Konstanzes von Sizilien, dann aber – aus politischen Erwägungen, was sonst – von dieser aus dem Land gejagt, kam dann aber - völlig "schmerzfrei" - unter der Ägide König Philipps von Schwaben sowie nach dem Hinscheiden Konstanzes im November 1201 wieder zurück auf die Insel und eroberte Palermo.

Versteckspiel mit ungünstigem Ausgang für Friedrich II.

Im Königspalast angekommen, ließ Markward nach dem siebenjährigen Friedrich II. suchen, der sich, wohl im festen Glauben, man trachte ihm nach dem Leben, in den Tiefen des Bauwerks versteckt hatte. Hat allerdings nichts genutzt. Friedrich wurde gestellt, nahm aber heldenhaft den Kampf an. Glaubt man dem oben erwähnten Bericht, soll Friedrich wie ein Berserker gegen seine Verfolger vorgegangen sein. Als er schließlich einsehen musste, dass er gegen die Übermacht der Häscher keine Chance hatte, riss er sich los, sprang ein paar Schritte zurück, zog sich das Hemd (-> oder den Mantel?) vom Leib und riss das Kleidungsstück (-> welches auch immer es gewesen sein mag) wutentbrannt in Stücke.

Fazit:

Markward von Annweiler übernahm – mit dem Plazet des Stauferkönigs Philipp von Schwaben, aber ohne Billigung des Papstes – bis zu seinem Tod 1202. also mehr oder weniger vorübergehend, die Regentschaft über das Königreich Sizilien.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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