Wie kam es zum zweiten Konflikt zwischen Friedrich II. und seinem Sohn Heinrich (VII.)?

Nun, Heinrich (VII.), nachhaltig gekränkt, verärgert und stocksauer auf seinen Vater, Friedrich II., war keineswegs einsichtig. Er hintertrieb die Politik des Vaters wo es nur ging, setzte weiterhin auf eine mögliche Entmachtung der Fürsten zu Gunsten der Städte und des sogenannten „niederen Adels“ (-> „Reichsministerialen“), zog die Gegner des Vaters auf seine Seite, sprach sich vehement gegen die von Papst Gregor IX. um 1231 sanktionierte Inquisition aus, verbot mit einem sogenannten „Landfrieden! (-> „Verzicht des Regenten auf Gewaltanwendung“) das barbarische Treiben der religiösen Überzeugungstäter (was Heinrich im Nachhinein wiederum sympathisch macht) – und sah sich erneut einem erbosten Vater gegenüber.

 

Ein Fass, das überläuft

Als Heinrich sich zu allem Überfluss auch noch mit Friedrichs II. Verbündeten, dem Herzog von Bayern, Otto II. dem Erlauchten (*1206/°1253), anlegte und sich darüber hinaus mit den ärgsten Widersachern seines Vaters, dem Lombardenbund, gemein machte, brachte das das Fass zum Überlaufen.

 

Exkommunikation, Amtsenthebung und Kerker

Vom Papst mit dem Bann belegt und von Friedrich II. 1235 gefangen genommen, nach Worms geschafft, seiner Ämter als römisch-deutscher König und König von Sizilien enthoben und in verschiedenen Festungen Apuliens und Kalabriens eingekerkert, verstarb Heinrich (VII.) schließlich im Februar 1242 auf der Burg Martirano (-> Kalabrien/Italien). Die eigentliche Todesursache ist ungewiss. Die eine Lesart ist, Heinrich sei bei einem Festungswechsel vom Pferd gestürzt und hätte sich „den Hals gebrochen“, die andere besagt, er sei an den unerträglichen Haftbedingungen im Kerker gestorben. Wie auch immer.

 

Vermutungen

Betrachtet man das kaltherzige und unnachgiebige Verhalten Friedrichs II. gegenüber seinem Sohn, kann durchaus eine Wesensveränderung des Stauferkaisers hin zum Despotismus vermutet werden. Den Annalen zur Folge, sollen Friedrichs II. Zeitgenossen es so gesehen haben …

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

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