Wie kam es zum ersten Konflikt zwischen Friedrich II. und seinem Sohn Heinrich (VII.)?

Heinrich (*1211/°1242), erster Sohn Friedrichs II. mit dessen Ehefrau Konstanze von Aragon, als einjähriges Kind bereits 1212 zum König von Sizilien gekrönt und vom Vater wenige Jahre später – formal, denn die eigentlichen Geschäfte führte lange Jahre eine aus Reichsfürsten bestehende Vormundschaft – mit zwei mehr oder weniger nach geordneten Funktionen in Schwaben und Burgund versehen, wurde zwar 1220 von Friedrich II. in Frankfurt am Main zum Mitkönig erhoben, blieb aber nach wie vor unter der Fuchtel des Vaters.

Dann, etwa ab 1228, begann Heinrich – dessen eingeklammerte (VII.) darauf hinweist, dass er in der Reihe römisch-deutscher Könige keine Rolle spielte und nicht mit dem späteren Kaiser Heinrich VII. (*1275/°1313) oder gar mit dem noch späteren, englischen, Heinrich VII. (*1457/°1509) zu verwechseln ist – eigene Wege zu gehen.

Heinrichs Idee, die aufstrebenden Städte und den Stand der Reichsministerialität zu Lasten der Fürsten zu schwächen, stieß bei Friedrich II. allerdings auf taube Ohren. Der Kaiser hatte in Italien genug zu tun, konnte nördlich der Alpen keine Experimente seines Sohnes dulden und zwang Heinrich daher, unter für diesen wenig freundlichen Umständen, zur Aufgabe seiner politischen Pläne. Das empfand Heinrich (VII.) zwar als demütigend, hielt ihn aber keineswegs davon ab, weiterhin seinen Vater nachhaltig zu verärgern.

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

 

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