War Friedrich II. tatsächlich Opfer eines Mordanschlages?

Ja, in der Tat, das soll er gewesen sein. Auslöser waren die heftigen Auseinandersetzungen mit Papst Innozenz IV. (*etwa 1195/°1254). Beide Seiten übertrafen sich in gegenseitiger Abneigung. Hass, Gewalt und verbale Attacken übelster Art waren an der Tagesordnung.

 

Vergebene Liebesmüh´

Zwar hat Friedrich II. verschiedentlich versucht, sowohl mit Innozenz, als auch mit dessen Vorgängern zu einem friedlichen Miteinander zu kommen - aber seine Bemühungen blieben weitestgehend erfolglos. Die jeweils ureigenen Machtansprüche scheinen es schlicht nicht zugelassen zu haben.

 

Konzil von Lyon 1245

Friedrich II. und Innozenz IV. trafen erstmals im Streit um die papstfreundliche Stadt Viterbo (-> Region Latium/Italien) aufeinander, die von Friedrichs Soldateska in schrecklicher Weise verwüstet wurde. Grund genug für den Papst, Friedrich II. 1245 auf dem Konzil von Lyon die Aufhebung des Kirchenbanns zu verweigern und ihn – stattdessen – unter dem Vorwand angeblicher Ketzerei, Gotteslästerung und anderem mehr, als Kaiser für abgesetzt zu erklären.

 

Ostern 1246 in Grosseto

Davon unbeeindruckt, nahm Friedrich zu Ostern 1246 Quartier in Grosseto (-> Toskana/Italien) und war dabei, eines seiner glamorösen Feste vorzubereiten, als er erfuhr, dass ein vom päpstlichen Umfeld angezettelter Mordanschlag, ausgeführt von abtrünnigen Vertrauten, auf ihn verübt werden sollte. Friedrich rächte sich aufs Fürchterlichste. Dem Zeitgeist entsprechend, so heißt es, ließ er die Verräter in einen mit Giftschlangen gefüllten Ledersack einnähen, was, bei näherer Betrachtung, keinesfalls …, na, schenken wir uns lieber jedes Nachdenken darüber.

 

Friedrich II. und sein Leibarzt

Drei Jahre später, 1249, wurde erneut versucht, Friedrich meuchlerisch umzubringen. Dieses Mal kam der Attentäter aus der unmittelbaren Umgebung des Kaisers - es war der Leibarzt, der Friedrich mit einem vergifteten Getränk ins Jenseits schicken wollte/sollte. Aber, auch dieses Unterfangen flog rechtzeitig auf. Trotz der Trickserei des Arztes, der, nach der Aufforderung zuerst aus dem Becher zu trinken, den Becherinhalt verschüttete, wurde der gute Mann überführt. Ein armer Tropf, allerdings bedauerlicherweise ohnehin zum Tode verurteilt, erbrachte durch das Leeren des Becherrestes und sein promptes Dahinscheiden den definitiven Beweis des versuchten Giftmordes. Der Leibarzt wurde zuerst einer ausgiebigen Folter unterzogen, dann schließlich der Hinrichtung zugeführt. So kanns kommen … 

Autor: Manfred Zorn

 

 

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