Wie hat Heinrich VI. das von Richard Löwenherz erpresste Geld eingesetzt?

Nun, durch das erzielte Lösegeld, konnte Heinrich VI. wieder Großmachtpläne schmieden. Durch die heimliche Heirat Heinrichs des Älteren von Braunschweig (-> Sohn Heinrichs des Löwen und Welfe) mit Agnes (-> Tochter des Rheinpfalzgrafen Konrad, einem Staufer) im Februar 1194, ergab sich nicht nur eine dynastische Verbindung der Staufer/Welfen, sondern begünstigte gleichzeitig auch Heinrichs VI. Stellung im Reich – noch zumal er unmittelbar darauf im März d. J. endgültig Frieden mit den Welfen schloss.

Nun konnte Heinrich VI., zu Hause machtpolitisch (halbwegs) gestärkt und – dank des von Richard Löwenherz erpressten Lösegelds – finanziell gut gepolstert, beherzt wieder gen Süden blicken. Im Mai 1194 zog er ein zweites Mal gegen Sizilien zu Felde. Jetzt auch erfolgreich.

Da Tankred von Lecce kurz zuvor verstorben, dessen unter Vormundschaft stehender Sohn Wilhelm keine große Gefahr darstellte und Heinrich in der genuesisch-pisanischen Flotte Unterstützung fand (-> die versprochene Gegenleistung wurde – schofelig, wie er war – hinterher allerdings nicht eingehalten), gestaltete sich Heinrichs Eroberungszug ausgesprochen gedeihlich.

Im November 1194 ließ er sich in Palermo zum König von Sizilien krönen, einen Tag später „schenkte“ ihm Konstanze in Jesi (-> Region Marken/Italien) seinen einzigen Sohn, der später – als Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen – Furore machen sollte, deckte eine angebliche Verschwörung der Familie Tankreds von Lecce auf, ließ daraufhin die normannischen Oppositionellen einsperren, warf sie wenig später raus aus Sizilien und ordnete die politischen Verhältnisse neu.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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