Wer hat die Hochzeit Heinrichs VI. angebahnt – wann und warum?

Das war Heinrichs Vater, Barbarossa. Der wollte immer schon gern seinen Fuß auf Sizilien setzen, und beabsichtigte daher - sozusagen auf diplomatischem Wege - schon in den 6oiger Jahren des 12. Jahrhunderts, seine Tochter Beatrix mit Wilhelm II. von Sizilien zu verkuppeln. Daraus wurde nichts.

Der Normanne wollte es sich nicht mit Papst Alexander III. (*um 1105?/°1181) verderben, der nicht gut auf die Staufer im Allgemeinen, und Barbarossa im Besonderen zu sprechen war. Jetzt, zu Beginn der 8oiger Jahre hatte sich die Situation entschärft.

Wieso?

Wenige Jahre zuvor (1177), hatten Papst und Kaiser im Friedensvertrag von Venedig ihre Querelen fürs Erste ad acta gelegt, die Ausgangslage für Barbarossas Werben um Konstanzes Hand für seinen Sohn Heinrich war also durchaus günstig, noch zumal auch Konstanzes Neffe, König Wilhelm II. von Sizilien, inzwischen ebenfalls seine Vorbehalte gegen die Staufer abgelegt hatte.

Selbstverständlich hatte das auch einen politischen Grund:

Da gab es nämlich noch einen gewissen Tankred von Lecce, einen illegitimen Enkel von Konstanzes Vater, Roger II. (*1095/°1154), der spürbares Interesse am normannischen Thron zeigte, und diesen der rechtmäßigen Erbin der sizilianischen Krone, Konstanze, streitig zu machen begann. Also hieß es für Wilhelm II., flugs den Weg für eine Verbindung mit den Staufern frei zu schaufeln.

Wie - und mit welchem Ergebnis?

Mit der Heiratsvermittlung wurde Wilhelms Schwiegervater, der englische König Heinrich II. Plantagenet (*1133/°1189) betraut. Nach einigem Hin und Her zwischen Befürwortern und Gegnern der Heiratspläne, fand dann schließlich, im Januar 1186, die mit großem Pomp ausgestattete Hochzeit zwischen Heinrich VI. und Konstanze von Sizilien (*1154/°1198) in Mailand statt.

Ironie der Geschichte:

Vor exakt fünfundzwanzig Jahren, 1161, hatte Friedrich I. Barbarossa diese Stadt in Schutt und Asche gelegt …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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