Wie muss man sich die Ehe Heinrichs VI. mit Konstanze vorstellen?

Schwer zu sagen. Wie soll das auch gehen? Wer kann das wirklich beurteilen? Im Grunde niemand. Möglicherweise wusste auch Konstanze nicht, wer das war, den sie ehelichen sollte/musste.

War es der Minnelieder dichtende, oder der politisch machtorientiert agierende Finsterling Heinrich? Gab es zwischen beiden so etwas wie gegenseitige Teilnahme, Verständnis oder Zartgefühl, so, wie es den heute bekannten Quellen zur Folge, durchaus zwischen Barbarossa und Beatrix von Burgund gewesen sein soll? Wahrscheinlich nicht. Eher ist anzunehmen, dass der Altersunterschied (Konstanze war gute elf Jahre älter), unterschiedliche Denkweisen oder auch das geringe Verbringen gemeinsamer Zeit (Heinrich war ständig auf Achse), nicht zu einem erquicklichen Zusammenleben geführt hat. Alles zusammengenommen, mag das auch der Grund dafür sein, dass Konstanze erst nach neun Ehejahren mit bereits – unüblich für die damalige Zeit – Vierzig beider einziges Kind, Friedrich II. von Hohenstaufen (*1194/1250), zur Welt brachte.

Wie auch immer, wir wissen es nicht. Wollen oder müssen wir das überhaupt wissen – nach über achthundert Jahren? Eher nicht, oder? Nun, denn … 

 

 

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