Wer war Manfred?

Manfred war der Halbbruder Konrads IV. (*1228/°1254). Er stammte aus der Verbindung seines Vaters mit dessen Geliebten Bianca Lancia der Jüngeren, die erst auf dem Sterbebett von Friedrich II. geehelicht wurde. Manfred (*1232/°1266) war also unehelich, und damit nicht wirklich legitimiert.

 

Reichsverweser

Allerdings war seitens des Vaters testamentarisch festgelegt worden, dass er, 1250 ausgestattet mit dem Titel Fürst von Tarent (-> Apulien/Italien), seinem Halbbruder als sogenannter Verweser (-> Verwalter) in Reichsitalien und Sizilien zur Hand gehen sollte. Nachdem Konrad IV. 1254 verstorben war, stand dessen minderjähriger Sohn, Konradin (*1252/*1268), unter Vormundschaft und konnte somit die Nachfolge naturgemäß nicht antreten. Konradin wurde auch weiterhin von Manfred vertreten, der inzwischen zum „Regenten von Sizilien“ ernannt worden war.

 

Und immer wieder Streit mit den Päpsten - keineswegs zum Vorteil!

Da es nördlich der Alpen für die Staufer keine Chance mehr gab, auch nur irgendetwas für das einstige Reich zu beschicken, konzentrierte Manfred sich auf die Machterhaltung im Süden Italiens. Im August 1258 ließ er sich – regelwidrig, denn im Grunde gehörte die Krone Siziliens seinem (Halb) Neffen Konradin – in Palermo zum König krönen, stritt sich, wie schon sein Vater, mit den Päpsten Alexander IV. (*um1199/°1261), Urban IV. (*etwa 1200/°1264) sowie Clemens IV. (*um1200/°1268). Von Ersterem wurde er 1259 mit dem Bann belegt, vom Zweiten als König von Sizilien nicht anerkannt und von Letzterem (-> Clemens IV.), ausgetrickst, der kurzer Hand den Franzosen Karl I. von Anjou (*1227/°1285) zum König von Sizilien erklärte.

 

Tod auf dem Schlachtfeld

Kurz darauf, im Februar 1266, traf Manfred in der Schlacht von Benevent  (-> Kampanien/Italien) auf besagten Karl (-> aus einer Nebenlinie der Kapetinger mit fränkischen Wurzel stammend) und verlor im Kampf sein Leben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Verwandte Beiträge

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige