Wer war der letzte Staufer?

Das war Konradin (*1252/°1268), Sohn Konrads IV. (*1228/°1254) aus dessen Ehe mit der Prinzessin Elisabeth von Bayern aus dem Hause der Wittelsbacher.

 

Und wieder schlägt der Bann zu

Nach dem Tod Manfreds 1266, inzwischen fünfzehn Jahre alt, kam nun endlich Konradins Stunde. Zielstrebig versuchte er, sein Erbe, das Königreich Sizilien, zurückzuerobern. Von Augsburg zog er mit seinem Heer über Verona und Pavia bis vor Pisa – was allerdings dem Papst (-> Clemens IV.; *um1200/°1268) so überhaupt nicht gelegen kam. Kurzerhand belegte er Konradin mit dem Kirchenbann. Da das bei den Staufern über die Jahre geradezu inflationäre Züge angenommen hatte und daher keine besondere Wirkung mehr zeigte, machte sich der junge Mann, dessen ungeachtet, trotzdem auf den Weg Richtung Süditalien.

 

Tagliacozzo, Neapel und das Ende

Bei Tagliacozzo (-> Abruzzen/Italien) traf Konradin schließlich im Sommer 1268 auf seinen Gegner, Karl I. von Anjou (*1227/°1285), gegen den er allerdings keine Chance hatte. Während seine Truppe vernichtend geschlagen wurde, konnte Konradin fliehen, wurde aber flugs aufgegriffen und an Karl ausgeliefert. Der zeigte keinerlei Skrupel, sah er doch die Stunde gekommen, sich den Weg zur Herrschaft über Süditalien und Sizilien freizuschaufeln. Ohne mit der Wimper zu zucken, ließ der Franzose - nach einer fadenscheinigen Gerichtsverhandlung - den erst sechzehnjährigen Konradin im Oktober 1268 auf dem Marktplatz von Neapel öffentlich hingerichten – um nicht zu sagen: er ließ Konradin brutal enthaupten. 

Mit Konradins frühem Tod, war gleichzeitig auch das Ende der gut einhundertdreißig Jahre andauernden Stauferherrschaft besiegelt. Fortan, bis zu seinem Abstieg 1282 (-> Siziilianische Vesper), übte nun Karl als König von Sizilien die Herrschaft über Süditalien aus.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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