Die Welfen – wer oder was waren das?

Die Welfen waren ein bedeutendes fränkisches Adelsgeschlecht in „zwei Linien“!
Die erste der beiden ist seit etwa dem 9. Jahrhundert bekannt, und wird in den Geschichtsbüchern die „ältere Linie“ genannt.
Die sogenannte "zweite" Linie gewann mit ihrem „Stammvater Welf IV. (-> etwa ab Mitte des 11. Jahrhunderts) an Bedeutung, und wird mit „die jüngere Linie“ bezeichnet.

Durch geschickte Heiratspolitik erwarb die Familie im Laufe der Zeit umfangreichen Besitz in Schwaben, Bayern und Sachsen.
Die bekanntesten Protagonisten der Welfen sind/waren

  • Welf VI. (*etwa 1115/°1191), sein Bruder
  • Heinrich der Stolze (*etwa 1102/°1139), dessen Sohn
  • Heinrich der Löwe (*etwa 1129/°1195) und
  • Otto IV. (*etwa 1175/°1218), Sohn Heinrichs des Löwen.

Jeder der Genannten stand – mehr oder weniger – im ständigen Clinch mit den Staufern.
Dabei ging es meistens um das Hin und Her von Besitzansprüchen, das letztlich aber zu Gunsten der Staufer ausfiel.
Zu guter Letzt mussten die Welfen mit dem verbliebenen Restposten des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg vorlieb nehmen.
Man kann sagen, sie verschwanden sozusagen in der geschichtlichen Versenkung.

Bis, ja, bis der Lüneburger Zweig der Welfen mit dem Aufstieg Hannovers zum Kurfürstentum gegen Ende des 17. Jahrhunderts, erneut an Bedeutung gewann.

Zwischen 1714 und 1901 stellten sie sogar die englischen Könige (-> aus dem „Haus Hannover“!).

Die Familie der Welfen existiert noch heute.
Ihr heutiger "Frontmann" (-> Chef des verbliebenen Welfenclans) ist der - vorzugsweise aus der Yellow-Press bekannte und von dieser, mit Verlaub, auch schon mal als rüpelhaft apostrophierte - Ernst August Prinz von Hannover (*1954; seit 1999 verheiratet mit Caroline von Monaco).

Autor: Manfred Zorn
Quellen: Duden - Das große Buch der Allgemeinbildung;
Deutsche Geschichte für Dummies (WILEY-VCH Verlag GmbH & Co.KGaA)

 

 

Verwandte Beiträge

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige