Wer war Konrad III.? Eine Kurzbiographie!

Nachdem die frühen Staufer alle Friedrich hießen, aber lediglich als Herzöge von Schwaben fungierten, kam 1138 mit einem gewissen Konrad der erste Stauferkönig an die Macht.

 

Karriere

Der 1093 geborene Konrad war der Bruder Friedrichs (II.), des „Einäugigen“ (-> das war der, der zuvor bei der Königswahl 1125 in Mainz dem Sachsen Lothar (III.) von Süpplinburg das Feld überlassen musste), war von 1116 bis 1152 Herzog von Franken, von 1127/1128 Gegenkönig und als Konrad III. von 1138 bis 1152 gewählter und gesalbter König von Deutschland, Italien und Burgund.

 

Persönlichkeit

Hier scheiden sich die Geister. Einerseits wird Konrad als schwacher Landesherr geschildert, der sich zwar durch Körperkraft und Tapferkeit auszeichnete, aber das Pulver nicht erfunden haben soll, andererseits werden ihm dagegen nicht nur eine stattliche äußere Erscheinung, sondern auch ritterlich vornehmes Verhalten im zwischenmenschlichen Miteinander und – ganz wichtig! – kluges Agieren im Aufbau und Bewahren staufischer Herrschaft unterstellt.

Wie auch immer Konrad tatsächlich gewesen sein mag, bleibt wohl doch die wenig freundliche Titulierung „Pfaffenkönig“ an ihm hängen, was ihn möglicherweise aber nicht nachhaltig belastet haben mag – wer weiß?

 

Privates

Konrad war zweimal verehelicht. Während die Ehe mit Gertrud von Comburg kinderlos blieb, hatte er mit der zweiten Gattin, Gertrud von Sulzbach, zwei Söhne -> Heinrich Berengar, den Konrad 1147 mit zehn Jahren bis zu dessen frühem Tod 1150 zum Mitkönig machte sowie wieder einen Friedrich, Friedrich IV. von Rothenburg, der von 1152 bis 1167 – na, was wohl? Richtig! – Herzog von Schwaben war.

Konrad verstarb 1152, wahrscheinlich an den Folgen der sich auf seinem Kreuzzug (-> 1146) zugezogenen Malaria in Bamberg. Zu dem Zeitpunkt war er auf dem Weg nach Rom, um sich vom Papst (-> Eugen III.) zum Kaiser krönen zu lassen – woraus nun leider nichts mehr wurde …

 

Flops

Na, ja, was soll man sagen? Die andauernden Konflikte mit dem Welfenherzog Heinrich dem Stolzen (-> der aber bereits 1139 verstarb), mit der Witwe Kaiser Lothars III. von Süpplinburg und Schwiegermutter Heinrichs des Stolzen (-> die sich in Sachsen um die Erbschaftsbelange ihres Enkels, des späteren Heinrichs der Löwe, kümmerte) sowie Welf VI. (-> einem der Brüder Heinrichs des Stolzen), blieben im Ergebnis von Konrad ungelöst. Und seine Entscheidung, 1146 einen Kreuzzug nach Jerusalem zu unternehmen, erwies sich – mit der Schlacht von Doryläum (-> Anatolien/Türkei) gegen die Seldschuken – als verlustreicher Schlag ins Wasser.

 

Verdienste

Doch, doch, da gibt es etwas. Und durchaus Wichtiges! Immerhin wird dem guten Konrad inzwischen positiv zu Gute gehalten, durch kluge Einbindung der „Best of“ des Reiches sowie der Stärkung des Reichskanzleramtes, die königliche Verwaltung nicht nur revolutioniert, sondern damit auch zur Autoritätssteigerung und wachsenden Bedeutung staufischer Herrschaft beigetragen zu haben – was ihm allenthalben (-> wo auch immer etwas über Konrad III. geschrieben steht) den wohlwollenden Nachsatz: „... Wegbereiter seines Neffen und Nachfolgers Friedrich II. Barbarossa …“ einbringt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Verwandte Beiträge

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige