Wer waren die wichtigsten Stauferkönige und -Kaiser?

Das schwäbische Fürstengeschlecht der Staufer machte bereits seit dem 10. Jahrhundert von sich reden. Durch geschickte Heiratspolitik sowie ihrer Verbundenheit gegenüber den Saliern, die Friedrich I. von Schwaben nicht nur den Herzogstitel, sondern auch die Verschwägerung mit Kaiser Heinrich IV. einbrachte, bauten die Staufer ihre Machtstellung im 11. Jahrhundert weiter aus.

Schließlich, im 12. und 13. Jahrhundert, stellten sie mit Konrad III. (-> ab 1137/1138) den ersten Stauferkönig. Von nun an gings bergauf.
Auf Konrad III. folgten:

  • Friedrich I. Barbarossa (*1122/°1190) – ab 1152 König; von 1155 bis 1190 Kaiser des römisch-deutschen Reiches,
  • Heinrich VI. (*1165/°1197) – ab 1169 König; ab 1191 bis 1197 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches,
  • Friedrich II. von Hohenstaufen (*1194/°1250) – ab 1198 König von Sizilien, ab 1211/12 deutscher König und ab 1220 bis 1250 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches,
  • Konrad IV. (*1228/°1254) – wurde 1228 König von Jerusalem, 1235 Herzog von Schwaben, 1237 König des Heiligen Römischen Reiches und 1250 bis zu seinem Tod 1254 auch noch König von Sizilien,
  • Konradin (*1252/°1268; Sohn Konrads IV. und Elisabeths von Wittelsbach) – war, unter der Vormundschaft zweier Onkel, als letzter rechtmäßiger Nachfahre aus dem Haus der Staufer ab 1254 sowohl König von Sizilien, als auch König von Jerusalem.
    Seine sizilianische Herrschaft endete bereits 1258; König von Jerusalem und ab 1262 auch Herzog von Schwaben blieb Konradin bis zu seiner Hinrichtung in Neapel 1268.

 

Und dann war da noch

ein gewisser Manfred (*1232/°1266).
Manfred war der Sohn Friedrichs II. und einer Adelstochter aus dem Piemont, die Friedrich allerdings erst kurz vor seinem letzten Atemzug ehelichte, um mit diesem Akt die Geburt des Sohnes nachträglich zu legitimieren.
Bei gleicher Gelegenheit und im selben Jahr (-> 1250) machte ihn der Vater zum Fürsten von Tarent (-> Apulien/Italien) sowie zum „Verwalter“ weiter Teile Norditaliens (-> des sog. „Reichsitaliens“) und des Königreiches Sizilien.
Acht Jahre später, 1258, setzte Manfred sich über die eigentlich dem kleinen Konradin zustehenden Rechte hinweg, und ließ sich selbst in Palermo zum König von Sizilien wählen.
Manfreds Tod 1266 in der Schlacht bei Benevent (-> Kampanien/Italien) gegen den Franzosen Karl von Anjou, bedeutete gleichzeitig auch das Ende der Stauferdynastie.

 

128 oder 130 Jahre?

Rechnet man nun die Zeit seit der Königskrönung Konrads III. (-> 1138) bis zum Tod Manfreds, herrschten die Staufer 128 Jahre.

Legt man die Enthauptung des zu dem Zeitpunkt (-> 1268) sechszehnjährigen Konradin zu Grunde, sind es zwei Jahre mehr – aber: „So genau zählt kein Edelmann“.
Oder doch? Nein, sicher nicht …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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