Was haben die „Weiber von Weinsberg“ mit den Staufern zu tun?

Weinsberg, eine Stadt nahe Heilbronn (-> Baden-Württemberg), war 1140 Schauplatz einer Belagerung durch König Konrad III. (*1093/°1152) und dessen Bruder, Herzog Friedrich II., des „Einäugigen“, der der Vater Barbarossas war.

 

Ursache ...

Die Einkesselung richtete sich gegen Welf VI. (*1115/°1191) aus der Familie der Welfen, der mit dem Stauferkönig Konrad III. über Kreuz lag, weil dieser wiederum seinem Onkel (-> Heinrich dem Stolzen, *um 1102?/°1139) einige Monate zuvor wegen Aufmüpfigkeit die Besitztümer Bayern und Sachsen entzogen hatte.

 

... und Wirkung

Jetzt, im Dezember 1140, wollte Welf VI. ganz einfach den ihm (-> und Heinrich dem Löwen, *um 1130?/°1195) zustehenden Anspruch auf Bayern geltend machen.
Zwar schlug er die von Konrad III. in Bayern eingesetzten Babenberger bei Valley (-> Oberbayern), hatte aber im Kampf um Burg Weinsberg die Rechnung ohne Konrad III. und dessen Bruder Friedrich II., des „Einäugigen“, gemacht.
Welf VI. verlor die Schlacht.
Weinsberg blieb in Händen der Staufer.

 

Die Weiber von Weinsberg

Konrad III. hatte den Frauen von Weinsberg allerdings zuvor versprochen, Gnade gegen sie walten zu lassen.
Sie dürften, so ist es in der

  • Kölner Königschronik des 12/13. Jahrhunderts

nachweislich dokumentiert, nach gewonnener Schlacht die Stadt verlassen und dabei mitnehmen, was immer sie tragen könnten.

 

Kurz gesagt, schnell getan

Die Weiber verließen also schwerbepackt die Stadt.
Auf dem Rücken – möglicherweise eingewickelt in Säcken – trugen sie ihre Ehemänner mit sich, was so vom König zwar nicht gedacht, aber letztlich, ohne dem Treiben Einhalt zu gebieten, von ihm geduldet wurde.

Konrad III. stand zu seinem  Wort. Toll!

Autor: Manfred Zorn

 

 

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