Was war Sachsen zur Zeit Heinrichs des Löwen?

Heinrichs des Löwen Sachsen hatte nichts mit dem heutigen Bundesland, dem Freistaat Sachsen, zu tun.
Die Sachsen waren ein im 4. Jahrhundert „bekannt“ gewordener westgermanischer Stammesverband, deren populärste Vertreter die Cherusker waren.

Ihr Siedlungsgebiet umfasste – grob gesagt – das heutige Niedersachsen, Teile Westfalens, Holsteins und der östlichen Niederlande.

Als Heinrich der Löwe wegen seiner Weigerung, Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1176 bei dessen Feldzug gegen den Lombardenbund in Italien zu unterstützen, 1179 von seinem Vetter, Barbarossa, mit der Reichsacht belegt und ein Jahr später enteignet wurde, fiel Bayern an Otto I. von Wittelsbach (*1117/°1183), der seit 1156 als Otto VI., Pfalzgraf von Bayern, fungierte, sondern damit nun zum Herzog von Bayern wurde.

Der westliche Teil von Heinrichs (des Löwen) Herzogtum Sachsen ging als „Herzogtum Westfalen“ an den Erzbischof von Köln und der östliche Teil an die Askanier (-> Adelsgeschlecht aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt).

Im Jahr 1181 erhielt der Askanier Bernhard aus Wittenberg nicht nur offiziell den entsprechenden Landstrich zugesprochen, sondern bekam obendrauf noch den Titel „Herzog von Sachsen“ – womit, so könnte man sagen, der Begriff „Sachsen“ vom ursprünglichen Territorium gen Osten zu den heutigen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg „gewandert“ war.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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