Was haben Arminius und Varus mit der Schlacht im Teutoburger Wald zu tun?

Arminius (Cherusker) und Varus (Römer) waren Kontrahenten in der – auch Varus- oder Hermannsschlacht genannten – „Schlacht im Teutoburger Wald“!

Voraus geschickt

So, wie sich zuvor bereits – während der nahezu aristokratisch-demokratisch geführten Römischen Republik (etwa von 510 bis 27 v. Chr.) – die für jeweils ein Jahr gewählten Konsuln mit den unbotmäßigen Germanen (zum Beispiel: Kimbern und Teutonen) auseinanderzusetzen hatten, galt das auch für die Herrscher der so genannten römischen Kaiserzeit (1. Jahrhundert v. Chr. bis 5. Jahrhundert n. Chr.).

Gaius Iulius Caesar

Spätestens als es dem Prokonsul in Gallien, Gaius Iulius Caesar (*100/°44 v. Chr.), 58 v. Chr. zu Beginn der „Gallischen Kriege“ (58-51/50 v. Chr.) gelungen war, dem germanischen Heerführer Ariovist bei Mühlhausen im Elsass/Frankreich? den definitiven Garaus zu machen, haben die Römer verschiedentlich versucht, auch rechts des Rheins Fuß zu fassen. Letztlich mit bescheidenem Erfolg.

Teutoburger Wald, Bramsche oder ganz wo anders?

Die größte Schlappe im Rahmen dieser Vorhaben erlitt Rom 9 n. Chr. anlässlich der so genannten "Hermanns- oder Varusschlacht" irgendwo in der Nähe des Teutoburger Waldes. Es kann allerdings auch im niedersächsischen Bramsche/Landkreis Osnabrück zu dem epochalen Zusammentreffen zwischen Römern und Germanen gekommen sein. Man weiß es einfach nicht so genau.

Schlechte Karten

Wo auch immer es exakt stattgefunden haben mag, gegen die unter dem Cheruskerfürsten Arminius/Armin vereinten Germanenstämme (unter anderen: Chatten, Chauken, Brukterer), hatte der im Auftrag des römischen Kaisers Augustus (*63 v. Chr./°14 n. Chr.) handelnde Senator und Feldherr Pablius Quinctilius Varus (*um 46 v. Chr./°9 n. Chr.) keine Chance.

Kriegslist

Über längere Zeit selbst Anführer prorömisch eingestellter und im römischen Heer „eingebetteter“ („embedded“) germanischer Kampfeinheiten und somit mit deren militärischen Strukturen wohl vertraut, hatte Arminius es trickreich verstanden, den vertrauensseligen und nichts ahnenden Varus in einen verhängnisvollen Hinterhalt zu locken.

Wie es heißt, soll der so krass verschaukelte Varus über mehrere Tage versucht haben, seine Truppen vor dem fürchterlichen Gemetzel zu retten. Mit mäßigem Erfolg.

"Varus, Varus ..."

Die von Kaiser Augustus (angeblich) mit dem Ausspruch: „Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder“ („Quinctili Vare, legiones redde!“) beklagten (grob geschätzt) plus/minus 20000 gefallenen Krieger mussten auf die Verlustliste gesetzt werden. Varus nahm sich das Leben, der römische Expansionsdrang wurde jäh gestoppt, der Rhein trennte weiterhin das römische Reich von den Barbaren und weite Teile Germaniens rechts des Rheins blieben sozusagen „römerfrei“ …

Autor: Manfred Zorn
Quellen: Die ersten Deutschen (S. Fischer-Fabian/Droemer Knaur); "Spiegel"-Geschichte 6/2011

 

 

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