Was ist eigentlich der Limes?

Ein von den Römern angelegter Grenzwall (lat.: „limes“-“Grenzweg“/„Grenze“), der die Außengrenzen ihres von Britannien über Germanien bis nach Nordafrika, Arabien und Mesopotamien reichenden Einflussbereichs auf Basis unterschiedlichster Befestigungsanlagen schützen sollte.

In Deutschland wird mit „Limes“ vor allem die ehemals auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern liegende römisch-germanische „Reichsgrenze“ (die sog. „niedergermanische“ am Niederrhein sowie die „obergermanisch-rätische“ zwischen Rhein/Neuwied und Donau/Regensburg) bezeichnet.

Caesar und der Rhein

Gaius Iulius Caesars (*100/°44 v. Chr.) hatte in seinem Bericht über den von 58 bis 51/50 v. Chr. andauernden „Gallischen Krieg“ („Commentarii de Bello Gallico“) erstmals den Rhein als Grenze zwischen Gallien und Germanien festgelegt, was – vereinfacht gesagt – bedeutete:

  • links des Rheins die von den Römern Gallier genannten Kelten in einem zwischen Rhein, Alpen, Mittelmeerküste und Atlantik gelegenen Gebiet,
  • rechts des Flusses die ungehobelten, wilden und von den Römern Barbaren genannten Germanen aus einer geografisch im weitesten Sinne zwischen dem Rhein im Westen, der Nord- / Ostseeküste im Norden, der Donau im Süden und der Weichsel im Osten verorteten Region.

Eine Idee wird ad acta gelegt

Nach der 9 n. Chr. für Rom verheerend verloren gegangenen „Schlacht im Teutoburger Wald“ (Varus- oder Hermannsschlacht), verabschiedeten sich die Römer ein für alle Mal von der Idee, den rechtsrheinischen Teil Germaniens zur römischen Provinz machen zu wollen. Fortan blieb der Rhein die Grenze zwischen dem Römischen Reich und den Barbaren.

Start

Jahre später, etwa ab 83/85 n. Chr., wurde dann unter Kaiser Titus Flavius Domitianus (*51/°96 n. Chr.) damit begonnen, die als Limes bekannte – gut 550 km lange – Grenzbefestigung entlang des Rheins (Römisches Reich/freier Teil Germaniens) anzulegen.

Zweck

Zuerst als Grenzüberwachungssystem mit hölzernen Wachtürmen, Palisaden, Kastellen und von der Natur vorgegebenen Erdwällen und anderem mehr gegen den möglichen Einfall germanischer Unruhestifter gedacht, entwickelte sich der Limes über die Jahrhunderte zunehmend aber auch zu einem Ort des wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs zwischen Römern und Germanen.

PS

Während des 3. Jahrhunderts verlor der Limes seine militärische Bedeutung und verkam peu á peu zu einer Art Niemandsland. Die heute noch erhaltenen Überreste des Hadrianwalls in Großbritannien (grenznah zu Schottland) wurden 1987; die des obergermanischen-rätischen Limes 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt…

Autor: Manfred Zorn

 

 

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