Ariovist – wer war das denn?

Nun, Ariovist war ein mehr oder weniger unvermittelt aus dem Nebel der Geschichte auftauchender germanischer Heerführer, von dem bis heute nicht wirklich bekannt ist, woher er eigentlich kam.

Ein Fingerzeig Caesars

Die wesentlichsten Hinweise auf ihn stammen aus Gaius Iulius Caesars (*100/°44 v. Chr.) Aufzeichnungen über den so genannten „Gallischen Krieg“ (58-51/50 v. Chr.) in dessen „Commentarii de Bello Gallico“.

Ariovist – klug, besonnen, diszipliniert, strategisch denkend und staatsmännisch handelnd – hatte sich (etwa um 70 v. Chr. herum) an die Spitze verschiedenster Stammesgruppen (unter anderen die der Sueben) aus der „Völkerfamilie“ der Germanen gesetzt, um im Zwist der keltisch-gallischen Stämmen der Sequaner, Arverner und Haeduer zu vermitteln.

Provokation

Die den Römern suspekten und von ihnen in der Regel Barbaren genannten Germanen verließen ihr rechtsrheinisches Siedlungsgebiet, fielen in Ostgallien ein und provozierten damit prompt die Römer, die – der Größe ihrer Römischen Republik entsprechend – Gallien selbstverständlich für sich beanspruchten und von der Furcht getrieben waren, die Eindringlinge könnten ihrem Expansionsdrang ein Bein stellen. Das ging natürlich gar nicht.

Es war Caesar, der sich – inzwischen auf der Karriereleiter auf der Stufe eines  Prokonsuls in Gallien angekommen – der Soldateska des tüchtigen Ariovist entgegenstellte.

Langer Rede kurzer Sinn

Die Römische Republik musste wachsen. Und mit ihr die Karriere Caesars. Wenn er also das Imperium Romanum zu neuer Größe führen wollte, brauchte er dringend militärische Erfolge. Und in  dem selbstbewussten Ariovist, der es bis dahin tunlichst vermieden hatte, die geopolitischen Interessen der Römer zu hintertreiben, sah Caesar – trotz Ariovists Bemühungen um „gut Wetter“ – zunehmend eine latente Gefahr für Rom heraufziehen. Also galt es, sich des unbequemen, im Dialog mit Caesar unnachgiebig zeigenden Gegners zu entledigen.

Leichter gesagt, als getan

Caesars Truppen hatten Bammel. Vor der ihnen nicht unbekannten bekannten Kampfkraft der Germanen im Allgemeinen und vor dem Haudegen Ariovist im Besonderen. Aber, obwohl die Furcht berechtigt war, gelang es Caesar schließlich nach längerem taktisch-diplomatischem Hin- und Her zwischen den Parteien und sogar anfänglichen Erfolgen des bravourös kämpfenden Gegners, Ariovist und seine Streitmacht blutig niederzuschlagen.

Wann, wo und wohin

Das soll um 58 v. Chr. irgendwo bei Mühlhausen im Elsass/Frankreich stattgefunden haben. Wie auch immer! Ariovist, so heißt es, verlor in dem Gemetzel Frau und Tochter, konnte sich aber wohl nach der verlorenen Schlacht auf rechtsrheinisches Gebiet retten. Dann verliert sich seine Spur …

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Deutsche Geschichte für Dummies (Christian v. Ditfurth / Wiley-VCH Verlag)

 

 

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