Wann trafen Kimbern und Teutonen wo auf die Römer?

Genau genommen gehörte auch der Volksstamm der Ambronen zum Duo der Kimbern und Teutonen. Denn es waren diese drei – aus Jütland (Dänemark), dem heutigen Schleswig-Holstein und Umgebung stammenden – germanischen Stämme, die – vermutlich – aufgrund ständig zunehmender Überflutungen, Missernten und Hungersnöten etwa ab 120 v. Chr. ihre nördliche Heimat verlassen, und sich mit Mann und Maus auf den Weg in Richtung Süden begeben hatten.

Woher sie kamen, wohin sie gingen

Über das heutige Schlesien (Polen) und Böhmen (Tschechien) kommend und dabei nach geeigneten Siedlungsmöglichkeiten suchend, stießen sie gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. bei Noreia/Noricum auf einen Vorposten der Römischen Republik.

Noreia/Noricum wurde in der Antike eine Gegend genannt, deren exakte Lage nach wie vor nicht eindeutig zu bestimmen ist. Angenommen wird, der Ort könnte möglicherweise irgendwo im östlichen Österreich (Kärnten/Steiermark?) gelegen haben. Sei's drum!

Wo auch immer das nun genau gewesen sein mag – allenthalben nachzulesen ist, dass dort das erste, und ziemlich blutige Aufeinandertreffen (113 v. Chr. in der „Schlacht bei Noreia“) zwischen Germanen und Römern stattgefunden haben soll. Mit schlechtem Ausgang für die Römer!

Dumm gelaufen

Die irrige Einschätzung des dortigen Konsuls, eines gewissen Gnaeus Papirius Carbo, leichtes Spiel mit den von ihm ursprünglich für Kelten gehaltenen Barbaren zu haben, erwies sich als Schuss nach hinten. Alles tricksen und täuschen des guten Carbo hatte zu nichts geführt, die Römer wurden vernichtend geschlagen, Carbos Karriere bekam einen Knick und die „Karawane“ (der Germanen) zog unbeeindruckt weiter.

Erfolgsstory

Natürlich blieb es nicht aus, dass die vereinten Volksstämme der Kimbern, Teutonen und Ambronen auf ihrem Weg über die Schweiz, Gallien (heute u.a.: Frankreich, Belgien) und Norditalien bis auf die Iberische Halbinsel (heute: Spanien, Portugal), mehrfach von römischen Legionen attackiert wurden („Kimbernkriege“).

Zweimal, 107 v. Chr. bei Agen (Aquitanien/Frankreich) und 105 v. Chr. bei Arausio (Orange/Südfrankreich) gelang es ihnen, den Römern tüchtig den Marsch zu blasen.

Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht

Die Erfolgsserie brach ab, als sich die drei Stämme – möglicherweise aus „versorgungstechnischen“ Gründen – trennten. Mit verhängnisvollen Folgen.

Die nach Gallien strebenden Teutonen und Ambronen wurden

  • 102 v. Chr. in der Schlacht bei Aquae-Sextiae (Aix-en-Provence/Südfrankreich),

die nach Oberitalien vordringenden Kimbern

  • 101 v. Chr. in der Schlacht bei Vercellae (Poebene/Norditalien)

von den Römern verheerend geschlagen.

Und das bedeutete das endgültige Aus der Kimbern, Teutonen und Ambronen. Sie verschwanden von der geschichtlichen Bildfläche.

PS

Ob der Name der Nordfriesischen Insel Amrum/Schleswig-Holstein irgendetwas mit dem germanischen Stammesverband der „Ambronen“ zu tun hat, ist reine Spekulation. Kann sein, kann auch nicht sein. ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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