Wann, warum und woher tauchte Attila der Hunnenkönig auf?

Den Geschichtsbüchern zur Folge, tauchte Attila, die „Geißel Gottes“, mit seinen Hunnen erstmals im Jahr 375 n. Chr. in Südrussland auf.

Herkunft? Unbekannt!

Möglicherweise – denn so gut wie nichts, was über die Hunnen von den frühen Chronisten und späteren Historikern bis weit in unsere Zeit hinein über dieses Steppenvolk kolportiert wurde, scheint bisher wirklich bewiesen zu sein – sollen die von frühen Autoren als eine der schrecklichsten der damals bekannten Horden beschriebenen Reitertruppen von den Chinesen aus der Mongolei vertrieben worden sein. Andererseits, so wird vermutet, könnte dieses Volk auch in der Gegend um den Balchasch-See in Kasachstan beheimatet gewesen sein. Man weiß es einfach nicht genau. Und ob die Hunnen wirklich Hunnen waren (es gibt keine von ihnen selbstverfassten Aufzeichnungen), oder ob sie von den antiken Männern der Feder lediglich pauschal mit diesem Namen belegt wurden, ist ebenfalls immer noch umstritten. Zu viele Legenden und Mythen ranken sich um dieses Volk.

Auslöser der Völkerwanderung (375 bis 568)

Aber Legenden hin, Mythen her und egal woher auch immer diese trefflich mit Pfeil und Bogen umzugehen verstehenden Haudegen kamen, Fakt ist, dass sie mit der Vertreibung der Ost- und (später) Westgoten sowie (noch etwas später) den Ost- und Weströmern das Fürchten lehrend, letztendlich maßgeblich zum Lostreten der Völkerwanderung beitrugen.

Ausdehnung des Hunnenreiches

Zur „Blütezeit“ seiner Herrschaft als König der Hunnen, lag der Mittelpunkt Attilas „Reiches“ – so wird angenommen –  im heutigen Ungarn, erstreckte sich im Osten bis zum Kaukasus und im Westen fast bis an den Rhein. Aber, wer weiß? Bei aller Unklarheit über die ganz exakte Kenntnis der Hunnen, ist nicht auszuschließen, dass das Herrschaftsgebiet in Wirklichkeit viel kleiner war. Egal!

"Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht"

Das galt auch für Attilas bisherige Erfolgsserie einträglicher Beutezüge. Auf seinem Vormarsch nach Gallien wurde er 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (möglicherweise irgendwo zwischen Chálons-en-Champagne und Troyes im Nordosten Frankreichs gelegen) ein für alle Mal gestoppt – geschlagen von einer Allianz aus Westgoten, Burgundern, Franken und Römern.

Dumm gelaufen

Attila verstarb zwei Jahre später (453, angeblich in der Hochzeitsnacht) eines natürlichen Todes. Er soll im Vollrausch erstickt sein. Die Hunnen, und mit ihnen ihr knapp einhundert Jahre währendes Reich verschwanden einige Jahre darauf (etwa um 469/470) im geschichtlichen Nirwana – aber ihr schlechter Ruf als zwar furchtlose, aber letztlich doch grausame Barbaren, hat sich bis heute erhalten.

Apropos

Im etwa um 1200 von einem „namenlosen“ Autor verfassten Nibelungenlied, genauer: In dessen 2. Teil („Kriemhilds Rache“), soll der darin auftretende Etzel mit Attila gleichzusetzen sein.

Seitens Kriemhild aus taktischen Gründen mit dieser verehelicht, soll Etzel/Attila dazu beitragen, die verhassten Nibelungen/Burgunder niederzumachen. Und das geschieht tatsächlich! Auf grauenhafte Weise wird den Gästen am Hof Kriemhilds und Etzels von den mordlustigen Hunnen das Lebenslicht ausgeblasen.

Bis zu diesem Punkt des Plots der Geschichte hat sich Etzel/Attila auffällig unauffällig zurückgehalten. Erst zu diesem bitteren Ende der blutigen Orgie taucht er auf, trägt trauernd seine tote Gattin hinüber in den brennenden Palast – und wird dort mit ihr von herabstürzenden Trümmern begraben …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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