Was ist mit dem Begriff Völkerwanderung gemeint?

Spricht man über den Begriff Völkerwanderung, ist gemeinhin die Wanderungsbewegung germanischer Stammesgruppen in der Zeit zwischen dem Einfall der Hunnen nach Ost-Mitteleuropa (375 n. Chr.) und dem Vorstoß der Langobarden nach Italien (568 n. Chr.) gemeint.

Ursachen

Ausgelöst wurde diese wahrscheinlich mehr oder weniger unfreiwillig angetretene Umsiedelung – so wird angenommen – durch Klimaveränderungen, Naturkatastrophen (Überflutungen), eine durch die „explosionsartig“ wachsende Bevölkerung (Überbevölkerung) verursachte Land- und Hungersnot (Missernten) sowie durch den Druck einfallender fremder Völker.

Indikator

Obwohl, genau genommen, diese so genannten Wanderungsbewegungen spätestens bereits im zweiten vorchristlichen Jahrhundert mit den Kimbern und Teutonen eingesetzt haben, wird der mit dem Begriff Völkerwanderung bezeichnete Zeitabschnitt, wie gesagt, zwischen 375 und 568 eingegrenzt und markiert im geschichtswissenschaftlichen Sprachgebrauch gleichermaßen den Übergang von der Antike zum Mittelalter.

Wirkung

Die diversen Germanenstämme, wie zum Beispiel die Goten, Vandalen, Burgunder u.a.m., drangen ins römische Imperium vor, machten schließlich und endlich der römischen Vorherrschaft den „Garaus“, errichteten auf ehemals römischem Territorium germanische Teilreiche und trugen letztlich – neben einigen anderen Gründen – maßgeblich zum Untergang des Römischen Reiches bei.

Stellt sich (vielleicht) die Frage

"Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen der o. gen. Völkerwanderung und der in 2015 einsetzenden Flüchtlingsbewegung aus Ländern wie beispielsweise Syrien, Mazedonien, Eritrea, Irak, Afghanistan, Albanien, Serbien und anderen?"

Heute

Nun, heute fliehen die Menschen unter anderem vor Krieg, Zerstörung, Verfolgung, Klimaveränderungen sowie damit einhergehender Katastrophen, Armut und Ausweglosigkeit ihrer wirtschaftlich miserablen Situation, haben aber keineswegs die Absicht Europa militärisch zu annektieren.

Damals

Die Germanen – damals, vor nunmehr gut sechzehn Jahrhunderten – flohen im weitesten Sinne aus den gleichen Gründen, erkämpften sich ihr Vordringen in den Süden und Südwesten Europas dagegen allerdings durchaus auch schon mal mit Waffengewalt.

Gleichwohl gelang es den Römern, die Germanen mittelfristig in ihre Kultur und Lebensweise einzubinden, das heißt, die Migranten  – also Menschen, die in ein anderes Land, eine andere Gegend auswandern (müssen) – wurden weitestgehend integriert. Die Heimatvertriebenen reihten sich ein, erlernten die Sprache, schlossen sich dem römischen Militär an, bewirtschafteten Acker, Feld und Wiese, zahlten Steuern – und wurden über Generationen peu á peu sozusagen selbst zu Römern.

Na also,

scheint doch zu klappen, das mit der Migration - wenn man's richtig anpackt …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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