Wer war Odoaker?

Odoaker (*um 430-433/°493) war ein weströmischer Heerführer mit Migrationshintergrund. Die Eltern gehörten dem germanischen Stamm der Skiren an, lebten allerdings am Hof Attilas, wo der Vater (Edekon) – so heißt es – als Diplomat und enger Vertrauter des Hunnenkönigs Attila eine herausragende Rolle spielte.

 

Werdegang

Anzunehmen ist daher, dass sein Sohn Odoaker im weitesten Sinn unter Attilas “Fittichen“ aufwuchs. Irgendwann, etwa im gesetzten Alter von etwa vierzig Jahren, trat Odoaker als

  • Leibgardist in römische Dienste,
  • machte Furore,
  • setzte 476 den letzten weströmischen (Kind-)Kaiser Romulus Augustulus (*460/°??) ab,
  • schickte ihn irgendwohin aufs Land,
  • wurde von seinen Truppen zum Befehlshaber mit „besonderer Befehls- und Verfügungsgewalt“ („rex“) ausgerufen,
  • regierte Italien in dieser Funktion klug und zurückhaltend, indem er sich nie gegen Ostrom (Byzantinisches Reich) stellte und
  • hatte seine Meriten sowohl diplomatisch (Sizilien, 476/477), als auch militärisch (Dalmatien, 481 sowie 487/488 gegen den ostgotischen Stamm der Rugier in Noricum – heute: Gebiete Sloweniens, Österreichs, Bayerns).

Das bittere Ende

Im Jahr 489 unterlag Odoaker allerdings seinem Kontrahenten Theoderich dem Großen (*plus-minus 454/°526) – dem dessen zunehmende Machtfülle eh schon längst ein Dorn im Auge war – in der bewaffneten Auseinandersetzung am Fluss Isonzo (irgendwo) im Nordosten Italiens. Was aber nicht ausschloss, dass beider Machtkampf vier weitere Jahre andauerte; schließlich aber (493) durch das Schwert Theoderichs beendet wurde.

Theoderich soll seinen Gegner anlässlich eines Gelages, bei dem Odoaker als Gast geladen war, mit einem Hieb in zwei Hälften geteilt haben. Na, ja – andere Zeiten, andere Sitten …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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