Wer waren die Goten – und woher kamen sie?

Die Goten waren ein germanischer Volksstamm, der – etwa um die Geburt Jesu Christi herum – seine (nicht wirklich verbriefte) südskandinavische Heimat verließ. Die Goten siedelten unter anderem an Oder und Weichsel und rückten vor bis zum Schwarzen Meer.

Ihre Berühmtheit verdanken die Goten einerseits natürlich der germanischen Zuordnung, die hierzulande gern romantisiert wird. Noch mehr aber der Zeit der Völkerwanderung. In dieser wirren Geschichtsepoche rund um das 5. Jahrhundert n. Chr. gerieten die Goten einerseits wiederholt in Konflikt mit dem Römischen Reich und spalteten sich andererseits aus nicht ganz eindeutigen Gründen in Westgoten und Ostgoten auf.

 

Westgoten: von Osteuropa bis nach Spanien

Die Ostgoten wurden erst von den Hunnen aus dem Schwarzmeer-Gebiet vertrieben, flüchteten ins römische Imperium und beherrschten dort unter Theoderich im Jahre 488 n. Chr. sogar große Teile Italiens. Danach ging es bergab bis zur fast kompletten Auflösung im römischen Reich bzw. dem, was davon übrig war.

Die Westgoten trieb es hingegen erst nach Frankreich (Gallien), dann nach Spanien. Dort wurden sie im 8. Jahrhundert n. Chr. von den muslimischen Mauren besiegt und verdrängt. Auch hier kam es zu einer fast kompletten Auflösung.

Hätten wir komplette Stammbäume, wären sicher nicht nur viele Deutsche, sondern auch heutige Franzosen, Spanier, Italiener, Polen, Rumänen und Bulgaren genetisch betrachtet Goten. Und natürlich auch ein paar Amerikaner.

Autoren: Manfred Zorn & Dr. Jörg Zorn

 

 

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