Wie lebten die Germanen?

Schwer zu sagen. Trotz inzwischen etlicher gefundener Moorleichen und einer Reihe weiterer, teils sensationeller, archäologischer Ausgrabungsfunde, scheinen Religion, Sitten und Gebräuche immer noch nicht abschließend geklärt zu sein. Nach wie vor geben – mindestens – die vorchristlichen Germanen der Forschung Rätsel auf.

 

Und ob in den zur Verfügung stehenden Schriften der griechisch/römischen Autoren

  • Poseidonios (*135 v. Chr./°51 v. Chr.),
  • Gaius Iulius Caesar (*100 v. Chr./°44 v. Chr.) und
  • Publius Cornelius Tacitus (*58/°120 n. Chr.)

tatsächlich alles stimmig ist, was sie über die – von ihnen fallweise auch Barbaren genannten – germanischen Stämme zum Besten gegeben haben, bleibt in der Betrachtung ebenfalls „ein weites Feld“.

Dennoch ist in Studien, Abhandlungen, Beiträgen und Berichten zum Thema „Germanen“ allenthalben nachzulesen, dass diese – Zitat Tacitus (aus seinem um 98 n. Chr. geschriebenen Werk „Germania“) – „großen Gestalten mit wild blickenden, blauen Augen und rötlichem Haar“ den Familieverbund/Sippe über alles stellten, sich aber – wenn die Situation es erforderte – durchaus zu hierarchisch organisierten Stämmen mit einer gewissen sozialen Ordnung und Gerichtsbarkeit („Thing“/Versammlungsplatz) zusammenschlossen.

Sie lebten weder in geschlossenen Siedlungen, geschweige denn in Gebäuden aus Stein oder gar Städten, sondern errichteten ihre vier Wände aus Holz, Lehm oder Weidengeflecht dort, wo ihnen die lebensnotwendigen Gegebenheiten günstig erschienen.

Die Germanen beackerten den Boden, betrieben Viehzucht und waren leidenschaftliche Jäger und Fischer. Von den Ergebnissen dieser Tätigkeiten lebten sie. Darüber hinaus sollen sie auch liebendgern geistigen Getränken zugesprochen haben. Speziell auf Festen, die schon mal in Gelagen enden konnten, haben sie anscheinend nichts ausgelassen. Der Met (Honigwein) muss in Strömen geflossen sein.

Met hin, Met her - ihre Kampfkraft scheint das nicht beeinträchtigt zu haben, denn Tacitus schildert sie als durchaus streitbar, kämpferisch und so gut wie keiner Stammesfehde und/oder kriegerischen Auseinandersetzung aus dem Weg gehend.

Autor: Manfred Zorn
Quellen: Deutsche Geschichte für Dummies (Christian v. Ditfurth / Wiley-VCH Verlag)
Die Germanen (GEO-Epoche)

 

 

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