Wer oder was waren die Germanen?

Ein Konglomerat uneinheitlichster Clans und/oder Stämme (unter anderen: Friesen, Chauken, Bataver, Chatten, Haruden, Sueben, Goten, Vandalen, Langobarden, Alemannen, Kimbern und Teutonen), die zwar von den Linguistikern im Wesentlichen – im Unterschied z.B. zu Kelten, Slawen, Balten, Finnen und/oder Illyrern – über eine vermutete Sprachverwandtschaft auf Basis der indogermanischen/indoeuropäischen Sprachfamilie definiert werden; sich aber letztlich in Sprache, Religion, Ethik, Sitten und Gebräuchen durchaus von diesen unterschieden.

Kaum germanische Quellen

Von den Germanen selbst gibt es schriftliche Aufzeichnungen, wenn überhaupt, nur in Spurenelementen – zum Beispiel Runen/Schriftzeichen auf größeren und kleineren Steinmonumenten.

Das, was man heute über sie mehr oder weniger gut weiß, stammt aus den Schriften antiker Autoren, zum Beispiel denen des römischen Staatsmannes Julius Caesar (*100 v. Chr./°44 v. Chr.) oder des römischen Geschichtsschreibers Tacitus (*um 55 n. Chr./°etwa 116 n. Chr.) sowie aus der Aufarbeitung archäologischer Funde.

Danach scheinen die Germanen – ein erst sehr viel später vom griechischen Gelehrten Poseidonios (*135 v. Chr./°51 v. Chr.) und von den bereits genannten römischen Autoren geprägter Begriff – etwa zwischen dem 6. und 4. Jahrhundert v. Chr. in Nord- und Mitteleuropa aus dem Nebel der Geschichte aufgetaucht zu sein.

Siedlungsgebiete der Germanen

In den folgenden Jahrhunderten stießen die „germanischen“ Stämme – unter anderem – bis

  • ins heutige Hessen und in die Pfalz vor (3. Jh. v. Chr.),
  • vertrieben die Kelten vom Rhein und der Donau (2. Jh. v. Chr.),
  • stürmten nach Böhmen (1. Jh. v. Chr.),
  • siedelten im Zuge der Völkerwanderung (etwa 375 bis 568 n. Chr.) in Gallien (heute u.a.: Frankreich, Belgien, Norditalien), Spanien und Nordafrika,
  • kämpften wechselweise gegen, oder – sofern es ihnen sinnvoll erschien – mit den Römern und

stellten letztlich sogar die Herrscher des Weströmischen Reiches mit – zum Beispiel –

  • Odoaker (*etwa 433/°493), einem Ex-Weströmischen Heerführer mit germanischem Migrationshintergrund sowie
  • dessen ostgotischem Nachfolger, Theoderich der Große (*um plus/minus 454/°526).

Alles in allem ging das so lange gut, bis das Reich der Ostgoten und Vandalen schließlich und endlich zur Mitte des 6. Jahrhunderts n. Chr. durch das Oströmische Reich (Byzanz) unter Kaiser Justinian I. (*um 482/°565); das der Westgoten auf der iberischen Halbinsel ab 711 durch die Eroberung Spaniens durch die Araber (Sarazenen) beendet wurde …

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Weltgeschichte (Wissen visuell / Knesebeck)

 

 

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