Was ist unter dem Begriff „Persepolis“ zu verstehen?

Persepolis ist der Name der altpersischen Residenzstadt des etwa von 700 v. Chr. bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. existierenden Achämenidenreichs. Der Grundstein wurde - allerdings nicht mit letzter Sicherheit - etwa um 520 v. Chr. gelegt.

Von Kyros II. zu Darius I.

Kyros II., der Große (*etwa zwischen 599 und 585; °530/529), gilt - obwohl selbst wohl kein Achämenide - als Gründer des Achämenidenreiches. 
Als sein Nachfolger und Sohn, Kamyses II., 522 v. Chr. auf dem Weg zurück aus Ägypten verstarb, folgte ihm Darius I. (*etwa 549/°486 v. Chr.) als Großkönig auf den Thron, der sich - neben Kyros II. - als einer der bedeutensten Herrscher des altpersischen Reiches erweisen sollte.
Denn neben seinen beeindruckenden innen- und außenpolitischen Meriten, tat er sich auch als generöser Kunstfreund und Mäzen hervor.
So ist auf ihn nicht nur der Ausbau und die Verschönerung einer Reihe seiner Residenzen, sondern auch die Gründung der Stadt Persepolis zurückzuführen - die allerdings etwa zweihundert Jahre später, so um 331/330 v. Chr. herum, in weiten Teilen von Alexander dem Großen (*356/°323 v. Chr.) in Schutt und Asche gelegt wurde.

Warum "Persepolis"?

Ursprünglich wurde die Stadt „Pársá genannt. Abgeleitet vom altpersischen Begriff „Pars/Parsa“, mit dem sich die Perser selbst bezeichnet haben und aus dem sich der Name „Persien“ (-> heute Iran) entwickelt hat. Erst die Griechen wählten die Bezeichnung: "Persepolis" -> „Stadt der Perser“.

Wo?

Persepolis lag im Süden des Iran (-> heutige Provinz Fars). Der Name "Fars" entstand mit Beginn der Islamisierung im 7. Jahrhundert, und ersetzte die vorherigen Bezeichnungen "Pars/Pársá".

Archäologie

Erste systematische Ausgrabungen und Auswertungen

  • französischer (-> André Godard, *1881/°1965),
  • deutschamerikanischer (-> Erich Friedrich Schmidt, *1897/Baden-Baden/°1964/Kalifornien) und
  • deutscher (-> Ernst Herzfeld, *1879/°1948 - Friedrich Krefter, *1898/°1948)

Archäologen und Altertumsforscher begannen in den 30igern des 20. Jahrhunderts.

Was gibt es dort u.a. zu sehen?

Aus der über mehr als zwei Jahrtausenden unter Wüstensand verschütteten prächtigen Palaststadt Persepolis, konnten eine stattliche Anzahl gut erhaltener Ruinen zu Tage gefördert werden, wie - zum Beispiel -

  • monumentale Säulenstümpfe,
  • Mauerfragmente,
  • das „Tor der Völker“,
  • der „Hundert-Säulen-Saal“,
  • der „Audienzsaal Apadana“,
  • der „Thron-Saal,
  • Relikte der Paläste Darius´ I. und Xerxes´ I. (um 519/°465 v. Chr.),
  • zwei riesige Felsengräber der altpersischen Großkönige,
  • diverse Reliefs u.v.a.m.

Restauration und Weltkulturerbe

Anlässlich der 2500 Jahrfeier persisch/iranischer Monarchie 1971 veranlasste der letzte Schah - Mohammad Reza Pahlavi (*1919/°1980) - die Restauration der Anlage und ließ sie gleichzeitig für touristische Zwecke gestalten. 
Seit 1979 sind die „Ruinen von Persepolis“ Kulturdenkmal und Weltkulturerbe der UNESCO.

PS

Alexander der Große (*356/°323 v. Chr.) hat 330 v. Chr. in seiner „Zerstörungswut“ zum Glück geschlampt. Er hat, wahrscheinlich unbeabsichtigt, die Stadt nicht vollständig dem Erdboden gleich gemacht. Sicherlich ganz zur Freude heutiger Besucher der weitläufigen Ruinenstadt Persepolis ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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