Was war 333 v. Chr. in Issos los?

Eine Keilerei! Ob mit der Eselsbrücke: „Drei, drei, drei - Issos Keilerei“ heute immer noch Schüler konfrontiert werden, keine Ahnung! Aber Generationen Pennäler aus Zeiten des ultimativen Frontalunterrichts erinnern sich gewiss, dass im Jahr 333 v. Chr. der erst kurz zuvor zu Herrschaftswürden gekommene Alexander der Große (*356/°323 v. Chr.) mit Anfang Zwanzig dem wesentlich älteren Perserkönig Darius III. (*um 380/°330 v. Chr.) in der Schlacht bei Issos eine empfindliche Schlappe beibrachte.

 

Die persische Macht wackelt

Zwar hatten die Perser in den etwas über zweihundert Jahren seit ihren Königen

  • Kyros II., dem Großen (*etwa zwischen 599 und 585,°530/529 v. Chr.),
  • Darius I., dem Großen (*etwa 549/°486 v. Chr.),
  • Xerxes I., dem Großen (*um 518/°465 v. Chr.) und
  • Artaxerxes III. (*etwa 390/°338 v. Chr.)

ihren Machtbereich unter anderen von Ägypten über Palästina, Phönizien, Medien, Assyrien, Kleinasien u.a.m. ausgeweitet, hatten aber bereits in den Auseinandersetzungen mit den Griechen bei Marathon, an den Thermopylen, Salamis und Platäa ziemlich alt ausgesehen.
Jetzt, bei Issos, wollte Alexander seinem Widerpart Darius III. endgültig zeigen wo Bartels den Most holt.

 

Ein König auf der Flucht

Trotz persischer Übermacht gelang es Alexander mit seinen griechischen Verbündeten und Söldnern aus einigen anderen Regionen, Darius die Nerven verlieren zu lassen. Der sah die makedonischen Kämpfer heranstürmen, entschied, die Szenerie zu verlassen, floh - ob zu Pferd, im Schlachtwagen oder zu Fuß bleibt ungewiss, ebenso wie das exakte zahlenmäßige Kontingent beider Kontrahenten - und überließ sein Heer der Phalanx der militärisch gut gedrillten Truppe Alexanders, und damit ihrem blutigen Schicksal. Das war nicht nur peinlich, sondern läutete gleichzeitig auch den definitiven Untergang der Achämeniden, des ersten persischen Großreichs, ein.

 

Fußnoten

  • Issos -> in der antiken Landschaft Kilikien gelegen, heute: der vermutete Ausgrabungsort Kinet Höyük in der südöstlichen Türkei an der Grenze zu Syrien,
  • Philipp II. von Makedonien (*etwa 382/°336 v. Chr.) -> König von Makedonien/Mazedonien und Vater Alexanders des Großen, der die oft zerstrittenen griechischen Stadtstaaten, in der Ausführung nicht gerade zimperlich, unter die Herrschaft Makedoniens brachte,
  • Alexander der Große (*356/°323 v. Chr.) -> setzte das Werk seines Vaters fort, machte sich zum Boss des nach der Schlacht bei Chaironeia (-> 338 v. Chr., Makedonien gegen Athen und Theben) von seinem Vater initiierten so genannten „Korinthischen Bundes“, dem sich - außer Sparta - so gut wie alle griechischen Stadtstaaten unterwarfen, fegte erfolgreich den Erzfeind Griechenlands, die persische Achämeniden-Dynastie, von der geschichtlichen Bühne und widmete sich weitere zehn Jahre der Erweiterung seiner Machtbasis. Die reichte schließlich von Kleinasien über Ägypten, Persien u.a.m. bis nach Indien.

Alexanders ungebremsten Weltherrschaftspläne endeten 323 v. Chr. abrupt in Babylon bei der Vorbereitung weiterer Feldzüge, diesmal sollte es gegen Arabien und Karthago bis nach Gibraltar gehen, mit seinem frühen Tod - wahrscheinlich dahingerafft vom Sumpffieber Malaria.
Danach begann der Kampf um seine Nachfolge (-> Diadochenkämpfe) sowie die, Hellenismus genannte, Ausbreitung griechischer Kultur über die damals bekannte Welt.

  • Darius/Dareios III. (*um 380/°330 v. Chr.) -> letzter persischer Großkönig aus der Dynastie der Achämeniden, mit ihm ging das erste persische Großreich zuerst mit der Niederlage bei Issos, dann endgültig mit der ebenfalls gegen Alexander verlorenen Schlacht bei Gaugamela (-> 331 v. Chr.) zu Ende. Auch hier floh Darius, allerdings erst nach der Schlacht und mit einer Handvoll Getreuer. Er fand vorübergehenden Unterschliupf in Medien.

Aufkommende Meinungsverschiedenheiten in der obersten „Heeresleitung“ führten schließlich 330 v. Chr. zu Darius´ Ermordung durch seine Offiziere. Aber jetzt erwies sich der große Alexander als edelmütig, ließ wiederum die Meuchelmörder hinrichten und verschaffte Darius III. ein großangelegtes Staatsbegräbnis in Persepolis,

  • Phalanx -> in der Antike eine lange, geschlossene Formation militärischer Aufmärsche in aufeinanderfolgenden Reihen kampfesmutiger Krieger.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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