Topkapi-Palast oder Topkapi-Serail – was ist das denn?

Der dem Palast gegebene Name Topkapi-Serail („Kanonentor-Serail“) in Istanbul wurde in den Jahren 1472-1478 erbaut, und bezieht sich auf das zur Seeseite gelegene Haupttor.

Topkapi-Palast vs. Vatikan

Initiator des mit etwa 700.000 qm doppelt so großen Areals wie der Vatikan, war Sultan Mehmet II. Fatih (*1432/°1481).

Nutzung

Bis zur Fertigstellung des Dolmabace-Palastes (heute: Museum) zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Topkapi-Palast (übersetzt: „Kanonentor-Serail“) als offizielle Residenz der Sultane genutzt. Gleichzeitig dienten Teile des komplexen Baus als Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches. Hier trat der so genannte „Divan“, so wurde der osmanische Staatsrat genannt, zusammen.

Es heißt, in den Hochzeiten des Reiches soll das Anwesen von bis zu zehn- bis fünfzehntausend Beamten, Soldaten, Hausdienern und anderen dienstbaren Geistern sowie – angeblich – tausenden Besuchern täglich frequentiert worden sein.

Die Palastanlagen bestehen heute aus vier in prachtvollen Garten- und Parkanlagen errichteten "Höfen", die jeder für bestimmte Zwecke genutzt wurden. So war zum Beispiel im „Dritten Hof“, der seinerzeit nur mit besonderer Erlaubnis betreten werden durfte, der Harem, also die privaten und von aus Afrika stammenden „Schwarzen Eunuchen“ streng bewachten Räume des Sultans und seiner zahlreichen Haremsdamen, untergebracht.

Heute

Seit 1923 ist der Topkapi-Palast Museum. In hunderten Räumen ist seitdem die Schatztruhe der Osmanen (kostbares Porzellan, prunkvolle Textilien, prächtige Möbel, wertvolle Waffen, Schmuck und Juwelen) zu sehen, zu bestaunen und/oder zu bewundern.

PS

Das ein Einbruch in den Palast nicht lohnt, haben eindrucksvoll – aber wenig erfolgreich – bereits Peter Ustinov, Maximilian Schell, Melina Mercouri und andere im 1964 in die Kinos gekommenen Film „Topkapi“ gezeigt. Ihr ausgeklügelter und aufwändig geplanter Coup endet im Gefängnis. Schade eigentlich. Denn fast hätte man den sympathischen Gaunern ein besseres Los gegönnt …

Autor: Manfred Zorn
Quellen: "Richtig reisen"-Istanbul (DuMont); Istanbul (John Freely, Hilary Sumner-Boyd/Prestel Verlag)

 

 

 

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