Was passierte in der Varusschlacht im Teutoburger Wald?

In der Varusschlacht, häufig auch Hermannsschlacht genannt, besiegte der Cherusker-Fürst Arminius im Jahre 9 n.Chr. drei römische Legionen unter deren oberstem Heerführer Publius Quinctilius Varus.

Es handelt sich um eine der verheerendsten Niederlagen, die die Römer in der jahrhundertelangen Geschichte des Römischen Reiches einstecken mussten. Allerdings wurden sie dabei auch Opfer von Hinterhalt und Verrat.

Ob die Schlacht tatsächlich im Teutoburger Wald stattfand, ist unsicher. Aber es war wohl irgendwo im heutigen Osnabrücker Land. Derzeit favorisieren Forscher die Gegend um Kalkriese als den Ort des Geschehens.

Verrat und Angriff aus dem Hinterhalt

Der von einigen Nationalisten immer wieder glorifizierte Sieg von Germanen über die vermeintlich überlegenen Römer hat bei genauerem Hinschauen auch seine dunklen Seiten.

Arminius gehörte zum Volk der Cherusker, die im Jahre 9 n.Chr. faktisch schon zum Römischen Reich zählten und mit den Römern in Frieden lebten. Arminius hatte als Abkömmling einer adligen Familie sogar seine gesamte militärische Ausbildung im römischen Heer genossen und hatte sich zuvor an zahlreichen Gefechten auf römischer Seite beteiligt. Er wurde in den römischen Ritterstand erhoben und zum Kommandanten befördert. Auch Publius Quinctilius Varus war ihm ein guter Bekannter.

Dann aber muss er sich eines Tages zum Seitenwechsel entschieden haben. Er warb im germanischen Land neben den Cheruskern mehrere andere Stämme an und überfiel die drei römischen Legionen in unwegsamen Gelände aus einem Hinterhalt heraus.

Die Schlacht bestand aus wiederholten Attacken und dauerte insgesamt mehrere Tage. Ein Großteil der rund 20.000 Römer kam ums Leben, nur wenige kehrten zurück. Dies führte zu dem berühmten Ausspruch von Kaiser Augustus: "Varus, gib mir meine Legionen zurück."

Verheerende Bilanz

Varus selbst stürzte sich, als er kurz vor der Überwältigung stand, auf dem Schlachtfeld in seinen Dolch, beging also Selbstmord. Angesichts dessen, was die Germanen mit den gefangenen Römern anstellten, möglicherweise eine kluge Entscheidung. Die Römer wurden überwiegend grausam massakriert und ihre Köpfe später an Bäume genagelt.

Die Römer zogen sich nach der Varusschlacht für einige Zeit aus dem Gebiet nördlich der Donau zurück. Arminius selbst wurde einige Jahre später bei inner-germanischen Zwistigkeiten von Verwandten ermordet.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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