Wie wurde Octavian zu Augustus?

Mit dem Sieg Octavians (*63 v. Chr./°14 n. Chr.) über seinen Rivalen Marcus Antonius (*zwischen 86-82 v. Chr./°30 v. Chr.) 31 v. Chr. in der Seeschlacht bei Actium (Westküste Griechenlands), fielen ihm nicht nur die bis dahin von Antonius beherrschten östlichen Provinzen zu, sondern auch Ägypten wurde 30 v. Chr. (nach dem Freitod des Konkurrenten und dessen Gemahlin, der ägyptischen Königin Kleopatra; *69 v. Chr./°30 v. Chr.) ruckzuck dem Römischen Reich zugeschlagen.

Zurück in der Hauptstadt des Reiches

Unbestritten außerordentlich erfolgreich, führte nun an Octavian kein Weg mehr vorbei.

Wieder zurück in Rom, löste er 27 v. Chr. – berechnend bescheiden im Auftreten, jedoch konsequent in der Durchsetzung seiner Absichten – das faktisch

  • immer noch bestehende Zweite Triumvirat auf,
  • sprach sich vordergründig uneingeschränkt für die Neubelebung republikanischer Prinzipien aus,
  • bot sogar (scheinheilig) seinen Rücktritt an,

wurde aber im Gegenteil vom Senat mit der Alleinherrschaft, dem so genannten „Prinzipat“, betraut.

Unangefochtener Herrscher des Reiches

Octavian war jetzt „princeps senatus“ (“Erster des Senats“) und/oder „princeps civitatis“ („Erster Bürger“).

  • Darüber hinaus erhielt er den Ehrennamen Augustus („der Erhabene“),
  • wurde im Laufe der Zeit zum Konsul, Prokonsul, Volkstribun ernannt,
  • repräsentierte den Staat,
  • leitete in Personalunion die bedeutendsten Provinzen und hatte
  • ein Vetorecht gegenüber dem Senat.

Und, um noch eins draufzusetzen, wurde Octavian/Augustus 12 v. Chr. sogar ins Amt der obersten Instanz („Pontifex maximus“/“Oberster Priester“) in Religionsfragen berufen.

Formal Republikaner, faktisch Monarch

Während seiner Herrschaft, des „Augusteischen Zeitalters“, stets bemüht, nach außen hin die Aufrechterhaltung einer republikanischen Staatsverfassung zu vermitteln, betrieb Kaiser Augustus genau genommen außerordentlich zielstrebig einen Schwenk hin zur Monarchie.

Langer Rede, kurzer Sinn

Mit ihm, Octavian/Augustus, begann die so genannte römische Kaiserzeit. Den Titel Kaiser allerdings, soll er selbst für sich nie in Anspruch genommen haben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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