„Julisch-claudische-Dynastie“ – schon mal gehört?

„Julisch-claudische-Dynastie“? Hat man doch schon mal gehört, oder?

Irgendwann, irgendwo, irgendwie

Ganz gewiss im längst vergessenen Geschichtsunterricht vor inzwischen langer, langer Zeit!? Obwohl, ebenso wie die Konjugation schwacher und starker Verben in allen Zeitformen (Präsens, Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt, Futur I, Futur II) oder der Satz des Pythagoras dem Gedächtnis nach Jahren durchaus entfallen sein können, mag es auch mit geschichtlichen Zusammenhängen nicht anders sein.

Zurück zur „julisch-claudischen-Dynastie"

Beide Begriffe, Julier und Claudier, stehen für die Namen zweier altrömischer Patriziergeschlechter, die sich durch Adoptionen und Heiraten quer durch den jeweiligen Stammbaum über die Zeit quasi zu einem komplizierten Konvolut innerfamiliärer Zusammengehörigkeit vermischt hatten. Wie auch immer ...

Der Gründer der Dynastie

Es war Kaiser Augustus (*63 v. Chr./°14 n. Chr.), der eigentlich Octavian hieß und aus der Familie der Julier kam, der die so genannte „julisch-claudische-Dynastie gründete, deren Protagonisten – nach Augustus – Tiberius, Caligula, Claudius und Nero waren.

  • Tiberius (*42 v. Chr./°37 n. Chr.), dessen claudische Mutter Kaiser Augustus geehelicht hatte, wurde als Augusts Adoptivsohn 14 n. Chr. dessen unmittelbarer Nachfolger,
  • Caligula (*12/°41 n. Chr.) wiederum war der Neffe des Tiberius, seine Mutter die Enkelin Augustus’,
  • die Herkunft des Claudius (*10 v. Chr./°54 n. Chr.) erscheint dem unvoreingenommen Betrachter noch verwirrender. Der Vater, Drusus (*38/°9 v. Chr.), war der Stiefsohn Kaiser Augustus, Caligula sein Neffe, der Großvater mütterlicherseits Marcus Antonius (*zwischen 86-82 v. Chr./°30 v. Chr.) – na, und so weiter,
  • und Nero (*37/°68 n. Chr.)? Nun, der Vater war ein Großneffe Kaiser Augustus, die Mutter die Schwester Caligulas und Nero selbst der letzte Kaiser dieser munteren Dynastie.

So what

Nach allem hier Gelesenen, wenn auch nicht in letzter Konsequenz vollständigen Anmerkungen, bleibt in der Tat die Frage, ob man das – trotz allen unterstellten Interesses an historischen Gegebenheiten – wirklich alles im Detail wissen muss. Geschichtslehrer mögen da durchaus anderer Ansicht sein. Wahrscheinlich haben sie recht. Sei’s drum …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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