Wie hat Kaiser Claudius das Römische Reich regiert?

Wider Erwarten: Clever, kompetent und umsichtig!

 

Vom angeblichen Trottel zum sattelfesten Herrscher

Obwohl Claudius von Kindesbeinen an unter einer Reihe körperlicher Unpässlichkeiten litt und wegen seiner scheinbaren Hohlköpfigkeit (die aber, nach neueren Erkenntnissen, möglicherweise von ihm nur vorgetäuscht worden sein soll) als ausgemachter Vollpfosten galt, erwies sich der 50ig-Jährige in den folgenden gut dreizehn Regierungsjahren durchaus als nicht auf den Kopf gefallener, das Wesentliche erfassender und besonnener Kaiser.

So vergrößerte er beispielsweise den Beamtenapparat,

  • optimierte die Administration,
  • stockte die Vollmachten der Provinzstatthalter auf,
  • annektierte Britannien, Mauretanien, Thrakien (Griechenland) sowie Noricum (heute: in Slowenien, Österreich und Bayern gelegen),
  • gliederte diese Gebiete dem römischen Reich ein

und weitete den Erwerb des römischen Bürgerrechts auch für Nichtrömer aus.

Sonstige Aktivitäten

Fast wie nebenbei ließ Claudius unter anderem die Infrastruktur (z.B. Aquädukte, Straßen, Kanäle, Hafenanlagen) verbessern, versuchte sich in der Trockenlegung des Fuciner Sees in den Abruzzen/Italien (was allerdings, nach einigen weiteren vergeblichen Versuchen, erst 1875 einem Schweizer Ingenieur gelang) und hinterließ – darin unterschied er sich nur unwesentlich von Kaisern, Königen und anderen Potentaten – das eine oder andere unvermeidliche Denkmal seiner Person für die Nachwelt.

Apropos

Es gibt da ein Buch mit dem Titel „Ich, Claudius, Kaiser und Gott“ (Robert von Ranke Graves/dtv). Das stammt zwar ursprünglich aus dem Jahr 1934, stellt aber, trotz aller dichterischen Freiheit, doch so etwas wie eine Rehabilitation des so oft geschmähten Kaisers dar, ist charmant und unterhaltsam geschrieben und lässt sich durchaus auch heute noch lesen …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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