Wer war Neros Nachfolger?

Der Nachfolger Neros war ein gewisser Titus Flavius Vespasianus, kurz: Vespasian (*9/°79 n. Chr.), der später (ab 69 n. Chr.) als römischer Kaiser unter dem Titel und Namen Imperator Caesar Vespasianus Augustus „firmierte“.

Doch bevor der ehemalige Truppenkommandeur, Konsul und Prokonsul der römischen Provinz Africa vom Senat mit allen Vollmachten eines „Princeps“ („Erster unter Gleichen“) ausgestattet wurde, hatte er während des Jahres 69 („Vierkaiserjahr“) drei andere Möchtegernkaiser abzuwarten:

  • den als Triumphator ausgezeichneten Feldherrn Galba (*3 v./°69 n. Chr., der aber bereits – wegen unglücklichen Agierens in Personalfragen und vor den Kopf stoßens seines vormaligen Unterstützers – nach sieben "kaiserlichen" Monaten ermordet wurde,
  • Otho (*32/°69 n. Chr.), ehemaliger Statthalter in Spanien und vormals Unterstützer Galbas, den er von der von ihm aufgestachelten Prätorianergarde umbringen ließ und sich nach nur drei Monaten – nach der verlorenen „Ersten Schlacht von Bedriacum“ in Oberitalien – auf Harakiriart selbst erdolchte sowie
  • den Ex-Heerführer in Germanien, Aulus Vitellius (*um 12/°69), der es immerhin auf 8/9 Monate Herrschaftszeit gebracht hat, aber von den in Rom eintreffenden Donaulegionen Vespasians auf unschöne Weise ins Jenseits befördert wurde – woraufhin der Weg an die Spitze des Staates frei wurde für Vespasian aus der flavischen Familiendynastie.

In den zehn Jahren (bis 79) seiner Herrschaft, erwies Vespasian sich als weit blickender und toleranter Kaiser, der es klug verstand, unter anderem das römische Reich nach innen wieder zu befrieden und nach außen eine relative Friedenszeit einzuleiten. Man könnte auch sagen: Vespasian war einer von den Guten …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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