Wann und wie lange regierte der römische Kaiser Trajan?

Der römische Kaiser Trajan regierte 19 Jahre lang – vom Jahr 98 n.Chr. bis 117. n.Chr. Unter Trajan erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung aller Zeiten. Das lag vor allem an zahlreichen Eroberungen im Nahen Osten und Mesopotamien, die in Trajans Regierungszeit fielen.

Auch die "Daker-Kriege" wurden unter Trajan zu einem (für Rom) erfolgreichen Abschluss geführt. Sie endeten mit der Eroberung der Karpaten-Region im heutigen Rumänien.

Der "beste Kaiser"

19 Jahre sind eine enorm lange Zeit, waren aber für die damaligen römischen Verhältnisse gar nicht so ungewöhnlich. Selbst Nero hatte es rund 50 Jahre zuvor auf 14 Jahre Regierungszeit gebracht, Trajans Nachfolger Hadrian war sogar 21 Jahre lang römischer Kaiser. Die Periode, in der sich die römischen Kaiser regelmäßig gegenseitig umbrachten und schon zwei Jahre Regierungszeit relativ lang waren, folgte erst 100-200 Jahre später, vor allem im 3. Jahrhundert n.Chr.

Was Trajan aber besonders auszeichnet, sind weder seine Eroberungen noch seine lange Regierungszeit. Wenn es ein Leben nach dem Tode gibt und er jetzt auf uns herabblickt, wird ihn am meisten freuen, dass er als der "beste Kaiser" des Römischen Reiches vor Konstantin dem Großen gilt. Dieses Attribut wurde ihm schon zu Lebzeiten zugeschrieben, schriftlich verewigt dann im 3. Jahrhundert durch Cassius Dio, einem römischen Senator und Geschichtsschreiber. Der gute Ruf hielt sich über die Jahrtausende.

Von Kinderschutz bis Wiesbaden

Warum seine Zeitgenossen und die nachfolgenden Generationen Trajan so sehr schätzten, ist schwer an einem Punkt festzumachen. Die gewaltige Größenzunahme des römischen Imperiums im Osten hat sicher eine bedeutende Rolle dabei gespielt. Aber Trajan galt neben seinen kriegerischen Taten auch als milde und gerecht. Außerdem tat er speziell in Italien (wo er sich wegen seiner zahllosen Kriegszüge nur eine sehr begrenzte Zeit tatsächlich aufhielt) sehr viel für arme Kinder bzw. für deren Versorgung mit Nahrungsmitteln (Zyniker mögen einwenden, dass Trajan damit vor allem die Geburtenrate erhöhen wollte, um ausreichenden Nachwuchs für die Armee zu haben).

Eine umfangreiche Bautätigkeit (v.a. in Rom) und zahlreiche Städtegründungen in den Provinzen runden das positive Bild ab. So geht zum Beispiel die Gründung Wiesbadens offenbar auf Trajan zurück.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige