Konstantin der Große – wer war das?

Konstantin (I.) der Große (*um 280/°337 n. Chr.) ist heute im Wesentlichen als Wegbereiter des Christentums und Namensgeber der Stadt Konstantinopel (seit 1930: Istanbul) bekannt.

Biografisches

Konstantin stammte aus dem heutigen Serbien.

Während sein Vater, der seine Meriten als Offizier des römischen Heeres verdient haben und es 305 sogar zum „Unterkaiser“ des 293 von Diokletian (*um plus-minus 240/°312) gegründeten so genannten „Vier-Kaiser-Systems“ („Römische Tetrarchie“) gebracht haben soll, bleiben dagegen Konstantins Kindheit und Jugend im biografischen Dunkel.

Das änderte sich schlagartig mit dem Jahr 306.

Rechtswidrige Kaiserkür

Zu diesem Zeitpunkt hielten sich Vater und Sohn in Britannien auf, um die Grenzen des Römischen Reiches gegen obstinate schottische („Pikten“) und irische („Skoten“) Eindringlinge zu verteidigen. Dann verstarb – plötzlich und unerwartet, also nicht in Folge der Kampfhandlungen – der Vater.

Unmittelbar darauf, so nach dem Motto: „Der König/Kaiser ist tot, es lebe der König/Kaiser“, ließ sich Konstantin, nun etwa Mitte Zwanzig, von den vor Ort anwesenden Militärs – gegen die Regeln des sich offensichtlich in Auflösung befindlichen "diokletianischen Vier-Kaiser-Systems" – zum kaiserlichen Nachfolger ausrufen.

Unaufhaltsamer Aufstieg

Konstantin war jetzt zwar anerkannter Unterkaiser des Westens, strebte aber durchaus höhere Weihen an.

In den folgenden Jahren – zwischenzeitlich stritten sich sieben Möchtegernkaiser um die Macht – gelang es ihm tatsächlich, sich gegen die Phalanx seiner Gegner durchzusetzen.

Von besonderer Bedeutung dabei waren zum Beispiel

  • 312 die Schlacht an der Milvischen Brücke in Rom gegen Marcus Aurelius Valerius Maxentius (*um 278/°312) sowie
  • 324 die Schlacht bei Chrysopolis (heute: Stadtteil Üsküdar/Istanbul),

in der Konstantin schlussendlich den letzten seiner verbliebenen Rivalen, Licinianus Licinius (*um265/°324), bezwang, was ihn in die Lage versetzte, sich nunmehr unangefochten zum Alleinherrscher sowohl über den westlichen, als auch über den östlichen Teil des Römischen Reiches zu erheben.

Erste Maßnahmen

Nach seinem spektakulären Sieg über Licinius veranlasste Konstantin den

  • Aus- und Umbau der ehemals griechischen Kolonie Byzanz,
  • machte sie zur Hauptstadt des römischen Imperiums („Neues Rom“),
  • residierte dort und
  • gab der Stadt 330, vielleicht auch schon etwas früher (die Hinweise in den Chroniken sind da, wie’s scheint, unterschiedlicher Natur) anlässlich einer außerordentlich prunkvollen Einweihungszeremonie – seinen Namen: Konstantinopel („Stadt Konstantins“/heute: Istanbul).

Konstantins Wirken in Kürze

Zwar wird Konstantin in den Geschichtsbüchern durchgehend als profilierungssüchtig, machtbesessen, rücksichtslos bis brutal und anderem mehr beschrieben – so soll er, angeblich und unter bisher noch nicht eindeutig geklärten Gründen, sogar den Auftrag gegeben haben, seinen ältesten Sohn sowie seine Gattin zu meucheln – dennoch betrieb er, unter anderem, erfolgreich die

  • Restrukturierung des Militärs mit damit einhergehender Stabilisierung der Außengrenzen des Reiches,
  • entwickelte eine Verwaltungsreform und
  • befeuerte, wie weiter oben schon gesagt, in der ihm eigenen Ruhmsucht einen regen, allerdings auch teuren Bauboom im Sinne einer repräsentativem Um- und Neugestaltung der Stadt Byzanz.

Deren endgültige Fertigstellung hat der nach Augustus (*63 v. Chr./°14 n. Chr.) am längsten regierende römische Kaiser jedoch nicht mehr erlebt. Konstantin I. der Große verstarb im Frühjahr 337 in der antiken Stadt Nikomedia (heute: Izmit; nahe Istanbul am Marmarameer/Türkei).

Was bleibt?!

Obwohl, so heißt es allenthalben, unter Historikern in seiner geschichtlich-religiösen Bedeutung in weiten Kreisen nach wie vor umstritten, gilt Konstantin der Große dennoch als einer der bedeutendsten römischen Herrscher, der sich bereits frühzeitig für eine Gleichberechtigung der (noch) heidnischen Religion und des Christentums ausgesprochen haben soll – zum Beispiel:

  • mit dem „Toleranz-/Mailänder Edikt“ von 313 sowie
  • dem „ersten ökumenischen Konzil in Nicäa“ 325 –

wenngleich er wohl trotz allem bis zum Schluss – Konstantin soll sich, so die Fama, erst auf dem Sterbebett christlich taufen lassen haben – an heidnischen Ritualen festgehalten hat …

Autor: Manfred Zorn
Quellen: "Duden, Das große Buch der Allgemeinbildung" (Dudenverlag); "Kompakt & Visuell - Geschichte" (Philip Parker/Dorling Kindersley); "Byzanz" (GeoEpoche Nr. 78)

 

 

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