Wer war Trajan?

Trajan (*53/°117) war einer der fünf – oder sechs, wenn entweder Marcus Cocceius Nerva (*30/°98) oder Commodus (Sohn Mark Aurels) mitgezählt werden – so genannten „guten“! Kaiser. Zu den "guten" Kaisern gehören außer Trajan auch Hadrian (*76/°138), Antoninus Pius (*86/°161), Mark Aurel (*121/°180) und Lucius Verus (*130/°161).

Alle zusammen, natürlich nacheinander, waren sie – etwa von 96/98 bis 180/192 n. Chr. – die Herrscher des „Adoptivkaisertums“ im Römischen Reich.

Wie es begann

Die Sache mit dem "Adoptivkaisertum" begann unmittelbar nach der Ermordung (96 n. Chr.) des unbeliebten Kaisers Domitian. Nach dessen Tod wurde Marcus Cocceius Nerva (*30/°98) vom römischen Senat zum Nachfolgekaiser berufen.

Nerva war unverheiratet, kinderlos, von Haus aus Jurist und zuvor zweimaliger Konsul. Allerdings fehlte dem Mittsechziger das zur Durchsetzung seiner Politik erforderliche Fortune. Noch zumal das obstinate Militär Front gegen ihn machte. Um dem Machtstreben der Soldateska einen Riegel vorzuschieben und die Kontinuität des Kaisertums in seinem Sinne zu erhalten, griff Nerva im Frühherbst 97 – mangels eigener Kinder – zum Mittel der Adoption.

Auserwählt hatte er den qualifizierten, aus Spanien stammenden Heerführer Marcus Ulpius Traianus (kurz: Trajan).

Mit dem unter Prätorianern und Legionären allseits beliebten Trajan begann ein Jahr später, nach dem Dahinscheiden des vermutlich an einem Schlaganfall verstorbenen Nerva, die Ära der so genannten Adoptivkaiser.

"Optimus" princeps – "bester" erster Bürger

Unter Trajan erhielt das Römische Reich nicht nur eine räumliche Spannweite, die in ihren Grenzen von Spanien über Dakien (Rumänien/Bulgarien), Syrien, Britannien und Ägypten reichte, sondern erfreute sich – auch in den Provinzen – eines blühenden und wachsenden Wohlstands.

Der aufgrund seiner

  • konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Senat,
  • seiner klugen Wirtschaftspolitik,
  • der Einrichtung öffentlicher und privater Stiftungen zum Wohle der Witwen und Waisen, insbesondere der Erziehung bildungsmäßig benachteiligter Kinder und Jugendlicher,
  • der Ausrichtung verschiedenster Veranstaltungen (Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen) sowie seiner
  • grundsätzlich milden Machtausübung

beim Volk außerordentlich angesehene Kaiser, trug nicht nur zur Stabilisierung des Reiches bei, sondern galt/gilt (berechtigterweise) als der Profilierteste unter der Vielzahl römischer Kaiser.

Heute noch zu besichtigen sind in Rom (unweit des Colosseums an der Via dei Fori Imperiali und der Piazza Venezia gelegen) das Tranansforum, die Trajanssäule und die Trajansmärkte.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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