Wer war Lucius Verus?

Ja, wer eigentlich? In verfügbaren Geschichtsbüchern ist im Grunde genommen nur sehr wenig über ihn zu erfahren. Und doch war Lucius Verus, ursprünglich Lucius Ceionius Commodus (*130/°169), immerhin Mitherrscher des Philosophenkaisers Mark Aurel (*121/°180).

 

Adoption und zweite Geige

Gemeinsam mit Mark Aurel auf Anweisung Kaiser Hadrians von Antoninus Pius (*86/°161) adoptiert, zählt auch Lucius Verus zu den so genannten fünf „guten" Adoptivkaisern.

In der Adoptionspolitik seitens Hadrian eigentlich als „Primus inter pares“ vorgesehen, kehrte sich das Verhältnis unter Antoninus Pius, der offensichtlich Mark Aurel den Vorzug gab, allerdings bald um. Lucius spielte in diesem Duo – sozusagen – lediglich die zweite Geige.

Lebemann und Feldherr

Was ihn in seiner dem Leben zugewandten Art im Allgemeinen und dem Frohsinn und der Leichtlebigkeit im Besonderen aber nicht weiter beeinträchtigte.

Militärisch hervorgetan hat Lucius Verus sich dennoch. Denn in den sechziger Jahren des 2. Jahrhunderts gelang unter seiner Führung letztlich – mit der Einnahme der parthischen Hauptstadt Seleukia-Ktesiphon im heutigen Irak – der Sieg über die Parther. Zu der Zeit war das Partherreich die tonangebende Supermacht in Persien und Mesopotamien.

Pest oder Pocken?

Nur wenige Jahre später, Lucius und Mark Aurel hatten 169 – im Rahmen der bereits seit 166 geführten und bis 180 andauernden Markomannenkriege – im Nordosten des römischen Reiches (bei Aquileia in der Region Friaul-Julisch Venetien/Italien) Stellung bezogen, als, so heißt es, erneut die so genannte Antoninische Pest ausbrach. Nach heutigen Erkenntnissen kann es sich dabei aber in Wirklichkeit, schlimm genug, auch "nur" um eine Pockenepidemie gehandelt haben.

Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall

Was auch immer die tatsächliche Ursache gewesen sein mag, Fakt bleibt, dass Lucius Verus im Jahr 169, nach unmittelbarem Verlassen des Feldlagers auf dem Rückmarsch nach Rom verstarb. Der Leichnam wurde verbrannt, die Asche im Hadrian-Mausoleum (heute: Engelsburg) bestattet – und Mark Aurel, sein bisheriger Seniorpartner, avancierte zum Alleinherrscher …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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